
Viele von Euch haben sicher schon oft überlegt, wie man während einer Paddeltour schnell mal unkompliziert ein Gruppenbild machen kann, ohne an Land und aus dem Boot steigen zu müssen. In Paris am Eiffelturm sind in der Regel genügend Touris zur Stelle, die man mal um eine Aufnahme bitten kann. Auf dem Wasser gestaltet sich die Sache in aller Regel komplizierter. Auch wenn das Wetter einen daran hindert, die 1000-Euro-Spiegelreflex rauszukramen, ist guter Rat teuer. Und wenn man allein unterwegs ist, wird es mit den Selbstbildnissen auch nicht gerade einfach. Hinsichtlich der Fotoperspektive ist man auch nicht gerade sehr flexibel.
Nachfolgend soll beschrieben werden, wie man Wetter-unabhängig fotografiert und wie man mit einem einfachen Saugstativ die Bildperspektive relativ gut variieren kann.
Neben mehr oder weniger gut geeigneten Gehäusen, die die teure Digitalkamera wasserdicht machen und so vor Regen und Wellen schützen gibt es auch wasserdichte Kameras, die ohne zusätzliches Gehäuse auskommen. Z.B. die Pentax Optio WP mit einer Auflösung von 5 Megapixeln. Diese Kamera ist etwa so groß wie ein Handy und bis 3 m wasserdicht, was dem nicht tauchenden Paddler eigentlich reichen sollte. Aber vorsicht, die Kamera schwimmt nicht. Dazu später mehr. Für beschriebene Anwendungsfälle ist die Pentax sehr gut geeignet und für anspruchsvollere Fotografen allemal eine gute Ergänzung zur teuren wasserempfindlichen Ausrüstung.
Die sehr leichte Pentax müsste sich irgendwie an einem Paddelende befestigen lassen, dachte ich mir. Ein dazu geeignetes Saugnapf-Stativ habe ich mit diesem Gedanken im Hinterkopf für 10 Euronen bei Mediamarkt erworben. (Bild 1) Das Ganze funktioniert sehr einfach. Das Stativ verfügt sogar über eine Art Schnellkupplung, die an der Kamera verbleiben kann. So ist die Pentax sehr schnell mit dem Saugpfiffi verbunden und erlaubt dann Aufnahmen von links, rechts, vorn, hinten, schräg oben, ganz oben und was weiß ich, von wo noch. (Bild 4) Und Gruppenaufnahmen auf dam Wasser, inklusiv Fotograf sind natürlich auch drin.
Hier jetzt noch einige praktische Tipps. Die Handschlaufe der Pentax kann man mit einem Schnappverschluss versehen, dessen Gegenstück man am besten an der Schwimmweste befestigt. So ist die kleine Digicam immer griffbereit. Damit die Mini-Pentax bei einem Fehlgriff oder wenn der Sauger mal Luft ziehen sollte nicht das gleiche Schicksal erleidet wie die Titanic, sollte man irgendwie für ausreichend Auftrieb sorgen. Das kann ein kleiner Auftriebskörper sein, wie ihn Fischer an ihren Netzen benutzen oder vielleicht ein Neoprengurt. Mir schien die erste Alternative ganz zweckmäßig. (Bild 2 und 3)
Vor der Aufnahme aktiviert man den Selbstauslöser der Kamera und fokussiert am besten auf die Bootsspitze, deren Entfernung vom Cockpit etwa der Länge des Paddels entspricht. Dann das Paddelende mit Kamera in Ausgangsposition bringen, cool in die Linse gucken und auf den Auslöser warten. (Bild 5)
Und jetzt viel Spaß beim Fotografieren wünscht Euch Jörg Knorr aus Flensburg.
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