
Zelte dienen dem Schutz vor Umwelteinflüssen. Da die Umwelteinflüsse an verschiedenen Orten zu verschiedenen Zeiten (Jahreszeiten) unterschiedlich sind, erfüllen Zelte auch unterschiedliche Kriterien. Außerdem werden Zelte auf verschiedene Weise transportiert. jeder benutzt sein Zelt auch unterschiedlich oft und stellt andere Ansprüche an seine Ausrüstung.
Daraus haben sich verschiedene Zeltformen aus unterschiedlichen Materialien entwickelt.
Qualität, Preis und Einsatzbereich für Zelte sind sehr unterschiedlich. Für welches Zelt man sich entscheidet hängt also von verschiedenen Faktoren ab.
Pyramidenzelt:
Die Grundform ist meist achteckig, kann aber auch sechs- oder viereckig sein. Eine starre Stange steht in der Mitte des Zeltes , die Zeltplane ist unten an den Ecken abgespannt. Die Lüftung ist oben an der Aufhängung der Zeltplane und wird oft extra abgedeckt. Bei manchen Herstellern kann die Stange durch einen Ast ersetzt werden oder wegfallen, wenn das Zelt einfach in einen Baum gehängt wird.
Normal gibt es nur einen Eingang und keine Apsis. Dafür kann der Zeltboden oft zur Seite geschlagen werden, um Feuer zu machen. Die Lüftungsabdeckung muss dann weggenommen werden. Je größer das Zelt ist, um so besser ist das Verhältnis Platz/Gewicht.
Giebelzelt:
Eine rechteckige Grundform, nach hinten manchmal abgerundet, wird von zwei Stangen gehalten. Um im Zelt keine Stange im Weg zu haben, bieten manche Hersteller eine V-förmige Stange an.
Ein Vordach oder geschlossene Apsis wird in gleicher Weise vorne angesetzt. So können gleiche Zelte auch miteinander verbunden werden.
Die Giebelform ist sehr einfach, bietet aber eine schlechte Platzausnutzung durch die schrägen Zeltwände. Die Windstabilität kann sehr unterschiedlich sein, ist aber meist eher mäßig durch geringe Abspannmöglichkeiten.
Tunnelzelt:
Tunnel haben einen symmetrischen oder asymmetrischen länglichen Grundriss. Die Stangen sind gebogen und nicht miteinander verbunden oder gekreuzt. Die Platzausnutzung ist sehr gut durch die im unteren Bereich fast senkrechten Zeltwände. Die Absiden sind entweder im Zelt integriert oder werden angesetzt. Bei angesetzten Absiden können meist zwei Zelte miteinander verbunden werden.
Das Verhältnis Platz/Gewicht ist besonders gut. Deshalb werden Tunnelzelte vor allem da eingesetzt, wo geringes Gewicht entscheidend ist. Bei starkem Wind ist eine gute Abspannung notwendig. Tunnelzelte haben daher meist sehr viele Abspannpunkte.
Kuppelzelte:
Zwei oder drei gebogene Stangen überkreuzen sich am Scheitelpunkt und ergeben eine Igluform. Deshalb wird auch Igluzelt gesagt. Das Zelt steht ohne Abspannung. Zusätzliche Abspannmöglichkeiten erhöhen die gute Windstabilität deutlich. Die Platzausnutzung ist verhältnismäßig gut.
Absiden sind in der Form integriert oder mit einem zusätzlichen Stangenbogen vorgesetzt.
Geodäten:
Eine Form des Kuppelzelt mit mindestens drei, meistens vier oder mehr Gestängebögen, die sich an mehreren Stellen kreuzen. Dadurch werden die nicht gestützten Flächen klein und die Windstabilität noch erhöht, die Statik ist außerdem gegen Verformung widerstandsfähiger.
Geodäten haben ein etwas höheres Gewicht, sind aber vor allem, wenn ein Abspannen schwierig wird, von Vorteil. Die Windstabilität ist die bestmögliche.
Einbogenzelt:
Im Grunde ein Tunnelzelt aus einem Bogen. Die Form ist sehr einfach und minimiert und findet meist nur bei sehr kleinen Zelten Anwendung. Der Bogen kann längs oder quer verlaufen. Eine gute Abspannung ist wichtig. Die Platzausnutzung ist durch die Schrägen etwa wie bei Giebelzelten.
Steilwandzelte:
Oder auch Hauszelte genannt. Die Zelte sind normal auf Stehhöhe gebaut und haben durch die fast senkrechten Wände eine ideale Platzausnutzung. Das Gewicht ist sehr hoch und die Windstabilität gering. Normal werden diese Zelte nur als Campingzelt verwendet, für den Trekkingeinsatz sind sie ungeeignet.
Sonderformen und Mischformen:
Manche Hersteller suchen immer neue Formen und verbinden auch die einzelnen Zelttypen miteinander. Dadurch werden manchmal auch besondere Zelte entwickelt, die sich durchsetzen. Zum Teil versuchen Hersteller auch nur, sich von dem Rest zu unterscheiden.
Die Zeltform ist vom Einsatzzweck abhängig. Bevor man sich für ein Zelt entscheidet sollte man genau wissen wie ein Zelt eingesetzt wird.
Das Gestänge:
Besonders bei Wind wird das Gestänge belastet, aber auch Schnee, Tiere, die Behandlung und andere ungewöhnliche Situationen können Stangen außergewöhnlich belasten. Bei verschiedenen Zeltformen und Größen sind die Belastungen auch sehr unterschiedlich, weshalb auch sehr verschiedene Materialien Verwendung finden.
| Stahl | schwer, steif, stabil, (wird hauptsächlich bei großen Baumwollzelten eingesetzt) |
| Fiberglas | schwer, flexibel, nicht reparabel, hohl oder massiv, (finden nur bei billigen Zelten Verwendung) |
| Aluminium | leicht, hohl, reparabel mit entsprechenden Reparaturhülsen, steif und biegsam erhältlich, bei kleinen starken Bögen oft vorgebogen, Aluminium ist bei Leichtgewichtszelten das einzige brauchbare Gestängematerial. Die Gestänge werden in verschiedenen Qualitäten verwendet. Durchmesser, Legierung und Härte sind die beeinflussenden Faktoren. Die meisten Aluminiumgestänge sind eloxiert, dadurch wird Oxidation verhindert und man friert nicht am Metall fest. |
Die Zeltplanen:
Es gibt ein- und zweiwandige Zelte. Bei einwandigen Zelten ist das Problem mit Kondenswasser im Zelt immer größer. Sie finden auch nur dort Verwendung, wo besonders auf das Gewicht geachtet wird. Bei zweiwandigen Zelten sind die Anforderungen an Innen- und Außenzelt unterschiedlich. Das Innenzelt muss die Feuchtigkeit von innen nach außen lassen und den Innenraum vor Nässe aus dem Boden schützen. Außerdem müssen Tiere draußen gehalten werden. Das Außenzelt muss Nässe von außen hindern in das Zelt einzudringen und gleichzeitig die Feuchtigkeit im Zelt nach außen befördern. Bei einwandigen Zelten muss eine Schicht die gleichen Leistungen erfüllen.
Das Innenzelt:
Das Innenzelt besteht aus Boden, Eingang und Zeltdach. Der Boden soll die Feuchtigkeit aus dem Untergrund am Eindringen hindern und ist einer großen mechanischen Belastung ausgesetzt. Der Eingang soll so dicht geschlossen werden können, das lästige und schädliche Tiere nicht eindringen können. Das Zelt selbst muss die Feuchtigkeit, die von Personen und anderen Quellen verdunstet, nach außen lassen.
Die Böden bestehen meist aus PU beschichteten Nylon, Das PU ist besonders abriebfest und die Haftung auf Nylon sehr gut. Wenige Hersteller verwenden auch Nylon silikonisiert. PU-Planen und PVC- planen sind sehr schwer und finden nur bei minderwertigen Zelten Verwendung.
Der Eingang besteht meist aus Moskitonetz und wird mit Reißverschluss geschlossen. Um den Luftaustausch regulieren zu können, wird eine zweite Lage mit Reißverschluss aus Zeltstoff von innen angesetzt. Sitzt das Moskitonetz innen und der Zeltstoff außen, ist eine Regulierung möglich, aber auch aufwändiger und der Eingang muss geöffnet werden.
Das Innenzelt braucht wegen des Außenzeltes nicht wasserdicht zu sein. Deshalb werden nicht beschichtete Stoffe verwendet. Damit ist die Durchlässigkeit von Wasserdampf gewährleistet. Die Belastung ist auch geringer, weshalb hier leichtere Stoffe verwendet werden können. Einige Innenzelte werden aus Stoffen mit beschichteten oder dauerimprägnierten Fäden hergestellt. Dies ist vom Vorteil, wenn das Innenzelt zuerst aufgebaut werden muss und kurz Niederschlägen ausgesetzt wird. Kondenswasser, das vom Außenzelt tropft wird auch besser aufgehalten. Die Wasserdampfdurchlässigkeit verringert sich etwas.
Bei Zelten für warme Regionen kann oder sollte das Innenzelt teilweise aus Moskitonetz bestehen. Damit ist die Belüftung deutlich erhöht.
Das Außenzelt:
Das Außenzelt besteht aus einer Wasserdichten Plane. Die Nähte sollen auch dicht sein oder werden zusätzlich abgedichtet. Im Außenzelt sind Lüfter und der Eingang integriert. Das Material ist Wind und Sonne ausgesetzt und muss dem standhalten. Am Außenzelt wird das Zelt abgespannt, dadurch werden Stoff und Nähte besonders beansprucht.
Nähte
Hochwertige Zelte haben immer Doppelsteppstichkapnähte. Dabei werden zwei Säume ineinander verhakt und zweifach vernäht. Der Faden läuft dann durch vier Stoffschichten.
Das Abdichten der Naht am Außenzelt funktioniert entweder durch eine Baumwollummantelung des Garns, die bei Nässe aufquillt und das Loch dann abdichtet, oder durch Versiegelung der Naht. Eine Nahtversiegelung ist bei PU-Beschichtung bei den meisten Herstellern üblich, bei silikonisierten Geweben ist diese Nahtversiegelung nicht möglich, einen Nahtdichter kann man aber nachträglich jederzeit aufbringen.
Es gibt jetzt auch Zelte, die nicht mehr genäht sondern geklebt werden. Dadurch erübrigt sich das Problem, die Nahtlöcher abzudichten, und es wird Material und damit Gewicht gespart. Die Belastbarkeit soll sogar höher sein als bei Nähten.
Verankerung
Beim Kauf eines Zeltes werden normal einfache Universalheringe mitgeliefert. Bei manchen Untergründen ist es aber sinnvoll, spezielle Heringe zur Hand zu haben. Für Schnee und Sand sind besonders breite Heringe gut. Bei harten, felsigen Böden werden hammerfeste Nägel notwendig. Mit zunehmender Größe der Zelte sollten die Heringe auch an Größe zunehmen. Zur besseren Stabilität werden die Heringe profiliert. Es gibt vor allem U-, V- und T- Profil aus Aluminium und Stahl. In weichen Böden kann auch Kunststoff und Holz verwendet werden. Lange Holzheringe sind vor allem bei Gruppenzelten in sandigen Böden sinnvoll.
Hat man keinen geeigneten Hering für den vorhandenen Boden, muss man sich etwas einfallen lassen. Ist der Untergrund zu hart, sind schwere Steine das geeignete. Wer keine Leine hat, mit der die Steine eingebunden werden, legt die Steine in einen Beutel oder auf eine Matte, die dann mit dem Zelt verbunden werden. Bei Sand kann ein dicker Ast oder ein Paddel verwendet werden. Kann man im Boden graben oder hat einen Spaten zur Hand, können eingebundene Reisigbündel oder flache Steine und anderes vergraben und das Zelt an diesem Anker festgebunden werden. Kann der Hering nur ein kleines Stück in den Boden gedrückt werden, wird er mit einem vorgelegten Stein vor dem Rausziehen gesichert.
Heringe sollen nie mit dem Fuß in den Boden getreten, sondern entweder von Hand in den Boden gedrückt oder mit Hammer oder einem anderen harten Gegenstand eingeschlagen werden.
Die Lüftung
Durch die Lüftung des Zeltes wird Kondenswasser nach außen transportiert. Kondenswasser geht von den Zeltinsassen aus und entsteht auch, wenn im Zelt gekocht wird. Es schlägt sich vor allem an der Innenseite des Außenzeltes und unter der Isomatte ab. Das Kondenswasserproblem wird mit zunehmender Luftfeuchtigkeit und bei Kälte größer, mit zunehmender Zeltgröße nimmt es ab.
Kondenswasser im Zelt verringert den Komfort. Durch Feuchtigkeit in Kleidung und Schlafsack kommt ein Unwohlgefühl auf und man beginnt schnell zu frösteln. Dadurch kann sich der Körper nicht richtig erholen und die Laune sinkt.
Eine gute Lüftung wirkt als Ventilation. Durch die Lage der Lüfter wird die Luft gezielt durch das Zelt geleitet. Die Energie für den Luftstrom ist dabei die Wärme im Zelt, die wie bei einem Kamin die frische Luft unten ansaugt und die warme Luft oben entweichen lässt. Bei Zelten für warme Regionen reicht das Außenzelt deswegen nicht bis zum Boden. Zelte für den Winter haben verschließbare Lüfter um den Wärmeverlust im Zelt verringern zu können.
Die Verpackung
Die Verpackungsgröße wird sehr stark von der Länge der einzelnen Gestängesegmente beeinflusst. Einige Hersteller bieten deswegen für manche Modelle kürzere Segmente an. Wer auf Platz achten muss, hat dadurch beim Packen Vorteile, nur sind kurze Segmente auch bruchgefährdeter.
Die Packsäcke sind heute oft sehr groß und erleichtern das Einpacken. Das verpackte Zelt wird dann mit Gurten komprimiert. Ist der Packbeutel von der Größe auf das Zelt genau abgestimmt kann das Verpacken aufwändiger werden. Das Zelt muss dann ordentlich zusammengelegt und fest aufgerollt werden. Bei glatten Stoffen wird das Verpacken dann schwierig, weil die Rolle innen reinrutscht und außen an der Kante hängen bleibt.
Zum Verpacken wird das Zelt erst auf die Breite zusammengefaltet, die der Länge des Packsacks entspricht. Dann wird von einer Seite das Zelt fest aufgerollt. Gestänge und Heringe können mit in die Zeltrolle oder einzeln verpackt werden.
Die Handhabung
- Neue Zelte sollten vor der ersten Nutzen einmal aufgebaut werden, um das Zelt kennen zu lernen. Material und Verarbeitung können dabei überprüft werden. Hochwertige Zelte baut normal der Hersteller im Werk einmal auf, um Mängel am Zelt auszuschließen. Zelte, die nach langer Zeit wieder eingesetzt werden, sollten auch aufgebaut auf Mängel kontrolliert werden.
- Zum Aufbau sucht man sich eine möglichst ebene Fläche, die der Zeltgröße entspricht. Von der Fläche werden harte, kantige Gegenstände abgesucht, um eine Beschädigung zu vermeiden.
- Beim Aufbau nicht auf das Zeltmaterial treten..
- Das Zelt schon während des Aufbaus mit Heringen fixieren.
- Während des Aufbauens den Packbeutel sichern!
- Bei Gestängekanälen sollen die Stangen durchgeschoben werden. Beim Ziehen können die Stangen auseinander gezogen werden.
- Die Hülsen müssen ganz ineinander geschoben sein, ansonsten besteht erhöhte Bruchgefahr.
- Bei Wind soll ein möglichst geschützter Standort gewählt werden und die Leinen müssen sorgfältig abgespannt werden.
- Heringe werden von Hand in den Boden gedrückt oder eingeschlagen (Wenn kein Hammer zur Hand mit Stein oder sonstigen harten Gegenstand). Ist ein Hering nicht ganz zu versenken, sollte er mit einem Stein oder Gepäckstück gesichert werden. Können Heringe nicht eingesetzt werden, so muss des Zelt durch gewichte (Gepäck u. Steine) oder auch an Gehölzen gesichert und abgespannt werden.
- Auf belebten Zeltplätzen, neben Pfaden und an engen Stellen die Abspannleinen eng am Zelt spannen und eventuell deutlich kennzeichnen. Wenn möglich auf die Abspannung mit Leinen verzichten.
- Beim Auf- und Abbauen des Zeltes darauf achten, dass die Reißverschlüsse sauber gehalten werden. Reißverschlüsse sind das Empfindlichste am ganzen Zelt!
- Vor dem Verpacken, wenn möglich, das Zelt säubern und trocknen.
- Die Heringe der Reihe nach herausziehen und an einer Stelle sammeln oder direkt verpacken. Wenn bei starken Wind abgebaut wird, ein oder zwei Heringe zum Sichern des Zeltes auf der Wind zugewandten Seite stecken lassen.
- Gestänge werden von der Mitte her auseinander gezogen, damit die Gummis gleichmäßig belastet werden. Wird ein Gestänge von einer Seite zur anderen zusammengelegt, spannt sich das Gummi zum Ende hin immer stärker.
- Direkt nach einer Tour das Zelt trocknen, säubern und kontrollieren. Beschädigungen sofort reparieren oder zur Reparatur geben.
- Zeltunterlagen schützen den Zeltboden!
Innenzelt
Innenzelte sind meist weiß oder gelb. Sie haben eine helle Farbe, um das Licht im Zelt reflektieren zu können. Nachts kann man die Taschenlampe gegen das Zelt richten und erhellt es gleichmäßig. Tageslicht wird nicht stark aufgehalten und besser im Zelt verteilt.
Dunkle Innenzelte machen keinen Sinn und sollten keine Verwendung finden.
Außenzelt
Helle Farben lassen mehr licht in das Zelt und vermitteln auch bei schlechtem Wetter eine bessere Stimmung. Besonders gelb Töne sind im Zelt freundlich.
Wer in der Wildnis schnell gesehen werden will, sollte auf gelb und hellblau achten. Rot ist bei Nacht und trübem Wetter schlecht zu erkennen, nur bei Sonnenschein sticht rot deutlich hervor. Bei Orange liegt die Auffälligkeit daran, ob es näher am Gelb oder am Rot liegt, ist aber immer besser zu sehen als Rot.
Wer ungesehen bleiben will, nimmt je nach Umgebung dunkelgrün oder sandfarben. Für Schnee gibt es sogar weiße Zelte.
Grau ist zwischen Felsen meist schlecht zu erkennen, aber auch ein blasses Grün fällt hier nicht besonders auf und Sandfarben verschwinden fast völlig.
Zelthöhe
< 70 cm -> liegen (Biwaksack)
~ 70 cm -> liegen, auf Ellenbogen abgestützt
~ 90 cm -> sitzen
~100 cm -> grade, aufrecht sitzen
~110 cm -> flach knien
~140 cm -> hoch knien, abgewinkelt stehen
~180 cm -> stehen
Zelten an der Küste
Am Meer kann der Wind oft ungebremst auf das Land treffen. Deshalb sollte auf ausreichend und sinnvoll angebrachte Abspannpunkte Wert gelegt werden. Eine gute Stabilität haben vor allem Geodäten und gut abgespannte Kuppel- und Tunnelzelte. Das Gestänge muss dem Winddruck auch standhalten. Fiberglasgestänge sollten daher grundsätzlich nicht verwendet werden. Bei Alustangen sollte der Durchmesser ruhig etwas größer sein, Ersatzsegmente können auch nicht schaden. Die Reißverschlüsse dürfen sich bei Druck nicht öffnen, deshalb sollte eine Entlastungssperre (meist ein Klettverschluss) den Reißverschluss sichern. Qualitativ minderwertige Reißverschlüsse öffnen sich auch gerne mal aus der Mitte heraus und lassen sich danach gar nicht mehr schließen. Um ein Anheben des Zeltes durch den Wind zu verhindern, sollte das Außenzelt bis zum Boden reichen.
Küstenregionen sind oft auch feuchter, weshalb eine gute Belüftungsmöglichkeit des Zeltes sinnvoll ist. Wenn mit geringeren Temperaturen gerechnet werden kann, sollte die Lüftung auch verschließbar sein.
Wird eine felsige Küste bereist, sollte das Zelt freistehend sein und eine kleine Grundfläche haben. Sinnvoll sind hier meist kleine und stabile Heringe.
Bei Sandstränden sind lange oder besonders breite Heringe besser. Heringe, die für Schnee gedacht sind, funktionieren im Sand besonders gut.
Zelten mit Kind(ern)
Das Zelt für eine Familie muss verhältnismäßig groß sein. Wenn Kinder noch nicht im eigenen Zelt sind, sollte ausreichend Platz für Gepäck und Bewegung aller Personen sein. Eine geräumige Apsis ist daher wichtig. Wenn bei schlechtem Wetter keine Ausweichmöglichkeit besteht, sollte die Höhe des Zeltes auch nicht zu gering sein. Mehrere Schlafkabinen machen erst bei älteren Kindern Sinn, die Jüngeren nutzen eine Extrakabine aber gerne als Spielzimmer. Ausreichend Sitzplatz zum Essen für alle sollte vorhanden sein.
Zelten bei Hitze
Für Tropen, aber auch in sehr warmen Sommergebieten, ist die Lüftung sehr wichtig. Das Innenzelt darf dann auch teilweise aus Moskitonetz bestehen und sollte alleine aufgebaut werden können. Das Außenzelt muss sich dann einfach überwerfen lassen, wenn das Wetter sich verschlechtert. Es sollte dann aber nicht bis zum Boden reichen und auch oben noch große Lüfter haben. Die Belüftung am Innenzelt braucht nicht verschließbar zu sein.
Zelten im Winter
Beim Winterzelten braucht man verhältnismäßig viel Platz. Die Ausrüstung ist einfach umfangreicher und voluminöser. Eine geräumige Apsis ist daher angebracht. In der Apsis sollte auch gekocht werden können. Entsprechend gute Lüfter sind wichtig. Die Lüftung muss verschließbar sein, um den Wärmeverlust im Zelt regulieren zu können.
Das Zelt braucht eine gute Stabilität um gegebenenfalls einer erhöhten Schneelast stand zu halten (siehe Zelten an der Küste). Snowflaps verhindern das Eindringen von Schnee in das Zelt, ohne Snowflaps sollte das Außenzelt bis auf den Boden reichen. Der Aufbau und die Bedienung sollte mit Handschuhen möglich sein. Ein zweiter Eingang verhindert das Einschneien bzw. das Einwehen.