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Grönland: Inselarchipel der Discobucht

geschrieben von Alexander Jung 
Grönland: Inselarchipel der Discobucht
08. Januar 2014 17:11
21.7. bis 21.8.2009



Fotos: Alexander Jung und Klaus Zobel


Für eine Paddeltour in Grönland schien mir die Westküste am geeignetesten, insbesondere das Gebiet der Discobucht. Zum einen ist dort eine minimale aber funktionierende Infrastruktur vorhanden – es gibt einige Siedlungen die per Schiff oder Flugzeug erreichbar sind und zum anderen, weil dort im Sommer das Meer relativ eisfrei ist. Es besteht weniger die Befürchtung irgendwo im Nirgendwo im Eis für ungewisse Zeit festsitzen zu müssen. Außerdem gibt es in dieser Gegend keine Eisbären und waren deshalb dieser Gefahr nicht ausgesetzt.

Als Ausgangs- und Endpunkt dieser Paddeltour habe ich Ilulissat gewählt. Ilulissat ist heutzutage eine touristische Stadt, die in der vorteilhaften Lage direkt an der Küste und neben dem berühmtesten Gletscherstrom überhaupt, dem sog. Kangia liegt. Der Kangia ist ein ca. 50 km langer Fjord, der von zwei Gletschern mit einem regelrechten Eisstrom aus Eisbergen und Eis Abbruchstücken gespeist wird. Wobei der eine Gletscher mit 22 m pro Tag und der andere mit ca. 8 m pro Tag für regelmäßigen Nachschub sorgen.
llulissat weist sowohl einen Hafen als auch einen Flughafen auf. Es bot sich die Möglichkeit die Kajaks von Dänemark per Schiff dorthin zu schicken. Wir konnten - mein Paddelfreund Klaus Zobel, 53 Jahre, Sozialarbeiter und ich, 62 Jahre, Ingenieur - per Flugzeug dorthin gelangen. Ein weiteres Kriterium die Dicobucht zu wählen war die Tatsache, dass sie aus einem weitläufigen Inselarchipel mit vielen Sunden besteht. Die Küstenlandschaften sind abwechslungsreich und weisen interessante Sichtbeziehungen auf. Weitere Ausläufer des Inlandeises warten auf mit gewaltigen Abbruchkanten und einhergehenden mächtigen Eisströmen. Die Paddeltour versprach viel Abendteuer und Augenfutter.

Nach ca. halbjähriger intensiver Vorbereitungszeit war es endlich soweit. Wir landeten bei schönstem Sommerwetter in Ilulissat und suchten sogleich unsere Kajaks am nahe gelegenen Hafen auf. Schon während des Anfluges von Ilulissat konnten wir aus dem kleinen Flieger erkennen, dass das gesamte Meer im Sichtbereich mit Eisbergen übersät war und eine Befahrbarkeit zwischen diesen Ungetümen mehr als fraglich erschien.



Die Kajaks waren rechtzeitig und unbeschädigt in ihren Transportkisten angekommen. Wir bepackten die Boote in aller Eile mit unserer Ausrüstung. Am späten Nachmittag desselben Tages stachen wir in See, um vor Ort zu entscheiden, wie sich das zuvor aus dem Flugzeug gesehene aus der Paddlerperspektive darstellte. Kaum hatten wir die Hafenbucht verlassen, wurden wir von unzähligen großen und kleinen Eisbergen umgeben. Es stellte sich als regelrechtes Labyrinth dar. Durchfahrten mussten oft gesucht werden. Wir orientierten uns anfangs an freien Gassen, die einzelne Boote hinterließen und dabei versuchten wir den Kurs mit dem Bootskompass zu halten.



Die Sichtbeziehung zwischen Festland und den umliegenden Inseln verlor sich in kurzer Zeit wegen der Vielzahl großer Eisberge. Es war eine ganz neue Erfahrung in diesem Gemisch aus Wasser und Eis zu paddeln. Aber es war auch immer wieder versichernd, wenn wir ein Boot sahen, das sich einen Weg bahnte. Die Stimmung auf dem Wasser versetzte uns in eine geradezu euphorische Laune….die Luft war unglaublich warm, das Wasser glatt wie in der Badewanne, es war laut wie in der Neujahrsnacht, da laufend kleinere und größere Eisstücke mit lautem Knall ins Wasser fielen. Das ganze wurde überlagert von den zischenden Geräuschen des sich im Meerwasser auflösenden Sauerstoffs der schmelzenden Eisberge. Wohl wissend, dass von ihnen Gefahren bei unangekündigtem Auseinanderbrechen hervorgehen konnten, versuchten wir immer respektvollen Abstand von den großen Giganten zu halten. Mehrmals erlebten wir, wie mittlere und kleinere Eisberge sich wegen der Wärme und dem Abschmelzen ihre Lage plötzlich veränderten und Flutwellen auslösten. Wir kamen aus dem Staunen und Bewundern der Vielzahl von Formen und fantastischen Ausgestaltungen der oft gigantischen schwimmenden Eispaläste nicht heraus. Es war unglaublich, dass am ersten Tag schon ein Großteil unserer Erwartungen eingelöst wurde….es war kaum fassbar!



Der erste Paddeltag endete in den frühen Morgenstunden des darauffolgenden Tages. Völlig erschöpft und glücklich erreichen wir Arve Prinsens Ejland (Agldugtoq) nach 9½ Stunden paddeln und 45 km. Das war möglich, da die Sonne im Sommer 24 Stunden am Himmel steht und selbst nachts ist es fast so hell wie tagsüber. Das war für uns ein großer Vorteil, den wir in unseren täglichen Tourdurchführungen mit einbezogen. Wir schlugen unser Zelt auf, kochten und führten den erschöpften Körpern zu was sie verlangten. Die erste Nacht war kurz aber erholsam. Nach nur 3 Stunden Schlaf trieb uns die Sonne wieder aus den Schlafsäcken. Von nun an ließen wir es ruhiger angehen. Die Eisberge waren nur noch vereinzelt in größeren Abständen vorhanden. Wir folgten in den Tagen darauf der Westküste von Arve Prinsens Ejland Richtung Norden. Anfangs blieb das schöne föhnige Wetter bestehen. Die Disco Insel schien in greifbarer Nähe mit ihren Gletschern bedeckten Bergen, obwohl ca. 20 bis 40 km entfernt, und lockte zu einer Visite. Wir ließen uns aber nicht von diesen schönen Aussichten verleiten sondern folgten stattdessen unserem geplanten Kurs der felsigen Steilküste entlang. Plötzlich wie von unsichtbaren Hand geführt tauchten zwei Wale auf, ein großer und ein kleiner, die ebenfalls Richtung Norden schwammen. Wir folgten ihnen, und sie verfolgten Schwärme kleiner schwarzer Fische, die den Ufern langzogen.
Nach dem 4. Paddeltag verändert sich das Wetter rapide. Das Barometer hatte es bereits angekündigt. Es regnete pausenlos. Auch der Radiowetterbericht in englischer Sprache verkündet nichts Gutes. Wir legten in der Langebugt (Kangerdluk) einen Ruhetag ein. Wenn es gerade einmal nicht regnete suchten uns Mückenschwärme heim. Wir beobachteten mit dem Fernglas erneut unsere beiden Wale, die den Ufern der Langebugt den Fischschwärmen folgten.

Am nächsten Tag nach dem Ruhetag kündigt der Wetterbericht immer noch schlechtes Wetter an. Das Barometer kletterte aber fleißig und stetig nach oben und zeigt örtlich eine entgegen gesetzte Tendenz. Wir entschieden uns nach dem Barometer. Wir bepackten noch bei Regen die Kajaks und paddelten bei langsam aufreißendem Himmel los. Vor der Steilküste war das Wasser infolge des Südwestwindes immer noch extrem kabbelig. Wir balancierten artistisch auf den Steilwellen, um dann mit Rückenwind durch den Smallesund mühelos zu paddeln. Gelegentlich verfolgten uns einzelne Schauer. Nach verlassen des Smallesundes fuhren wir in den Torssukátak ein. Er war übersät mit Eisbergen und Treibeis. Der aufreißende Himmel ließ uns an einem Schauspiel der Giganten mit atmosphärischer Dramatik teilhaben.




Der kleine Ort Qeqertaq ist unser Tagesziel und gleichzeitig Wendpunkt der Nordschleife. Die Wassertemperatur betrug 2ºC.
Der nächste Tag war vielversprechend: Der Eisstrom im Torssukátak war über Nacht neu sortiert worden, die Sonne erschien wieder, die Luft wurde wärmer. Wir paddelten den Eisstrom in Längsrichtung Richtung Osten weiter. Wir fanden immer wieder freie Gassen. Es wurde wiederum ein fantastisches Erlebnis in dieser Eiswelt zu paddeln. Zwei Tage später waren wir zwischen den Inseln Anap nunâ und Igdluluarssuit nunatât. Das Meer war mit mittelgroßen und kleineren Eisbrocken bedeckt und größere Bereiche mit tückischem Eisschlamm. Es wurde mühseliger eine paddelbare Gasse zu finden. Wir fuhren im Zickzack, immer dort wo es gerade möglich war und immer bedacht nicht vollständig vom Eis eingeschlossen zu werden. Wir versuchten möglichst einen Rückweg offen zu halten oder sahen zu nicht weit vom Ufer zu sein, um jederzeit sich der Eisumklammerung entziehen zu können. Gelegentlich gingen wir an Land, um mit dem Fernglas die Lage zu beurteilen, bzw. nach schwarzem Wasser, d.h. nach Flächen ohne Eis, Ausschau zu halten. Es wurde eine Fahrt mit ungewissem Ausgang, da der Wind die Eisbrocken immer wieder neu verschob. Es brachte uns eine Menge neuer Erfahrung mit dem Paddel im Eis.

Ein leichter Regen holte uns ein. In Sichtweite des mächtigen Gletscher Kangilerngata sermia erklommen wir eine kleine vorgelagerte Klippe und hielten erneut Ausschau. Zu unserem Erstaunen stellten wir fest, dass das Wasser vor dem Gletscher relativ eisfrei und gut zu paddeln war. Wir folgten darauf der majestätischen ca. 4 km langen und bis zu 150 m hohen Abbruchkante des Gletschers in unmittelbarer Nähe, aber dennoch im sicheren Abstand, um eine plötzliche Flutwelle meistern zu können. Der Gletscher krachte, ächzte und stöhnte…aber es tat sich nichts Sichtbares. Bei der Geräuschkulisse und dem Nieselregen paddelten wir weiter zu dem Gletscher Eqip sermia. Dort bot sich ein ähnliches Schauspiel. Zwar ist die Abbruchkante etwas niedriger, aber die akustische Geräuschkulisse war noch beeindruckender. Es grummelte laufend ganz fürchterlich ohne äußerlich erkennbar sichtbare Folgen. Oder es fielen tonnenschwere Eisbrocken mit explosionsartigem Knall ins Meer und erzeugten Flutwellen, die bereits in kurzen Abständen zu einer flachen Dünung abklangen.




Wir bezogen einen Platz zum Campieren direkt gegenüber der Gletscherabbruchkante in ca. 2,5 km Entfernung. Wir bauten unser Zelt oberhalb einer schrägen Felsplatte auf, ungefähr 100 m landeinwärts und 10 m oberhalb des Meersspiegels. Kaum hatten wir uns eingerichtet und die Kajaks hoch getragen, wurden wir von einem regelrechten Gletscher-Tsunami heimgesucht. Zuvor hatte es wieder fürchterlich im Gletscher gerummst, dem wir inzwischen kaum noch Beachtung schenkten, denn auf der Wasseroberfläche war nichts Ungewöhnliches erkennbar. Kurze Zeit später entwickelte sich am Ufer eine schnell anwachsende Brandungswelle, die sich bis zu einer Höhe von ca. 5 m aufrollte und das Wasser regelrecht das schräg ansteigende Felsufer hoch schleuderte und beinahe unser Zeltplätzchen erreichte. Das Schauspiel wiederholte sich gleich mehrere Male hintereinander, das Meer kochte, tobte und erzeugte turbulente Uferströmungen und Wirbel! Uns wurde ganz anders beim Anblick dieser plötzlichen Veränderung. Wir evakuierten sofort das Zelt und die Kajaks zu einem noch weiter und höher vom Ufer entfernten Platz.

Die folgenden zwei Tage waren regnerisch, die Wolken hingen tief. Wir richteten uns darauf ein, kleinere Tagestouren zu Fuß oder mit dem Kajak zu unternehmen. So erklommen wir in unseren Trockenanzügen die Seitenmoräne des Gletschers, um ihn in seiner Längenausdehnung sehen zu können. Es war eine beeindruckendes Bild den Gletscher in seiner Mächtigkeit zu sehen, und wie er sich in den tief hängenden Wolken verlor. Wir wurden Zeugen, wie ein großes Eistortenstück von ca. 100 m Kantenlänge und ca. 50 m Höhe ins Meer kalbte.



Die Nächte waren feucht kalt um 3º C herum und tagsüber wurde es nicht wärmer als 8º C. Zum Glück stieg das Barometer wieder und verhieß besseres Wetter. Wir setzten unsere Tour trotz des noch ekligen Nieselwetters und der tief hängenden Wolken fort. Zwischendurch musste ein weiteres Mal ein Feld mit zusammen geschobenen Eisschlamm durchpaddelt werden. Es war inzwischen fast Routine.
Als nächstes stand die Querung des Atâ Sundes (Ikerasak) an. Bei der Einfahrt in den Sund blies ein steifer Südwestwind der Stärke III und in den Böen IV. Der Wellengang war ungewöhnlich hoch. Wahrscheinlich bedingt durch die Enge des Sundes (ca. 6 km, den felsigen Steilufern und nicht zuletzt wegen der ungehinderten Anlauflänge des Windes). Wir hangelten uns von Eisberg zu Eisberg. Hinter den Eisbergen war Windschatten, die Wellen dahinter waren zahmer und wir konnten uns kurz ausruhen, um neue Kräfte zu sammeln. Am anderen Ufer angekommen folgten wir im Windschatten der Küste Richtung Süden. In Ufernähe war ein Vorwärtskommen gegen den Wind leichter. Das letzte Stück bis Atâ (ehemalige Wahlfängerstation, heute Outdoor Base für Touristen) ging quer zum Wind durch extrem kabbeliges Wasser. Es war ein sehr anstrengender Paddeltag!



Am nächsten Tag blies der Wind deutlich weniger, und wir setzten unsere Tour Richtung Pâktisoq fort. Zwei Tage später rutschten wir mit der restlichen Flut durch die ca. 100 m breite Enge in den dahinter liegenden Fjord (Pâktisuq). Das Wetter war wieder sonnig, der Wind kam aus West und trieb uns Richtung Qingua kujatdleg, dem südöstlichsten Seitenarm des Fjordes. Das Wasser hatte inzwischen seine Farbe vom stahlblauen Meerwasser in graugrünes Gletscherwasser geändert. Der Fjord endete in einem flachen verzweigten Gletscherfluss mit endlosen Sand- und Lehmbänken, was das Anlanden zu einem richtigen Abenteuer werden ließ. Die Landschaft um uns herum war wieder überwältigend. Die Fjordwände wurden steil und lagen eng gegenüber. Das Inlandeis türmte sich am Fjordende auf und krönte die Berghäupter. Die Wolken gaben dem Ganzen noch die richtige dramatische Wirkung. Wir konnten es kaum fassen, dass es immer noch Bilder gab, die es mit den bisherigen Highlights der Paddeltour aufnehmen konnten. Der nächste Tag war Ruhe- und Wandertag. Wir wanderten durch wegloses Gelände zum Inlandeis und aalten uns am Gletscher im Windschatten in der Sonne.



Nach 2½ Wochen erreichten wir wieder Ilulissat. Das Wetter hatte sich inzwischen stabilisiert. Die Lufttemperaturen erreichten bereits 20º C im Schatten, auf dem Lande wo es nirgends Schatten gab, war es in der Sonne fast unerträglich heiß, nur auf dem Wasser war es richtig angenehm temperiert, so dass wir in unseren Trockenanzügen niemals schwitzen mussten. Die Eisberge waren in der Zwischenzeit weniger geworden, bedingt durch das Abschmelzen, und der Wind hatte sie großräumig umverteilt. In Ilulissat ergänzten wir unsere Lebensmittel aus unserem Hafendepot (Transportkisten) für eine weitere Woche.
Als nächstes paddelten wir die Südschleife. Insbesondere waren wir auf die Querung des Kangias gespannt. Wir erklommen einen Berg, um mit dem Fernglas nach Durchfahrten Ausschau zu halten. Eine breite Gasse Richtung Süden war auszumachen, wir konnten starten. Es war ein unglaublich beeindruckendes Paddelerlebnis durch diese Prachtallee von gigantischen Eispalästen hindurchzugleiten: Jeder Eispalast ein Meisterwerk und unverwechselbar einmalig! Dazu die gigantischen Dimensionen. Die Höhen betrugen i. Allg. 50 bis 80 m, und nicht wenige erreichten 100 m. Sie standen dicht an dicht und ließen kaum die Möglichkeit zu, einen anderen Kurs als durch diese Allee zu nehmen. Für die Querung mussten wir 15 km zurücklegen, der letzte Teil verlief an der Aussenkante des Eisstromes bis zum Festland entlang.




Nach der Querung veränderte sich die Landschaft schlagartig. Sie wurde flacher, die Küsten karger und es gab weniger Eisberge. Der sich inzwischen eingestellte Nordwind trieb uns zügig Richtung Süden. Unser nächstes Ziel war das Kajakmuseum in Qasigiannguit. An dem Tag, an dem wir ankamen, war es geschlossen. Wir wollten es deshalb nochmals auf dem Rückweg versuchen.
Wir bezogen ein idyllisches Zeltplätzchen im Kangerdluluk. Von hier aus fuhren wir ohne Gepäck Richtung Kanngersuneq. Die Halbinsel Niaqornârssuk ilordleq war unser südlichster Wendepunkt. Wir besuchten auf dem Rückweg das Kajakmuseum in Qasigiannguit. Das Museum war enttäuschend. Es gab wenige und kaum originale Exponate. Die Ausstellung schien seit der Einrichtung in den 50 iger Jahren nicht mehr aktualisiert worden zu sein. Neuere Erkenntnisse zur Inuitkultur sind erst gar nicht vorhanden. Mache Schautafeln waren diesbezüglich überholt und das Museum wirkte verkramt und rumpelig. Die Kuratorin, eine Europäerin, fühlte sich von solchen Gästen wie uns deutlich gestört und reagierte abweisend und muffig.
Der Rückweg Richtung Norden nach Ilulissat verlief ohne nennenswerte Ereignisse. Zu erwähnen wäre noch unser letztes Zeltplätzchen vor der erneuten Querung des Kangias. In der Absicht eine Durchfahrt durch den Kangia mit dem Fernglas auszuspähen, stolperten wir über alte Inuitgräber, in denen menschliche Knochen und einige Totenschädel in Öffnungen von lose aufeinander gehäuften Steinen zu sehen waren. In den Abendstunden beobachteten wir noch ein Walpärchen, das uns für eine ½ Stunde mit ihrer Anwesenheit beglückte. Ein schöner Abschied!



Die Querung des Kangias war wiederum ein Abendteuer. Im Gegensatz zum ersten Mal gab es kaum fahrbare Gassen. Allerdings war die Aussenkante des Eisstromes seit unserer Ankunft weiter zurück gegangen, so mussten wir die meiste Zeit an der Außenseite entlang paddeln. Erst im letzen Viertel konnten wir uns durch das Innere wagen und schlossen unsere Paddeltour überglücklich und sehr zufrieden in Ilulissat ab.
Diese Paddeltour hat unsere Erwartungen mehr als erfüllt. Wir haben sie wie ein Geschenk - bestehend aus schönen Bildern, Abenteuer, emotional tief bewegenden Eindrücken und des sich Selbsterleben mit seinen eigenen Fähigkeiten - mit nach Hause nehmen können.

Weitere Fotos können in der Fotogalerie meiner Homepage angesehen werden.

Alexander Jung



Praktische Tipps:

• Kajaktransport mit der Royal Arctic Line A/S von Aalborg (DK) nach Ilulissat (GR) ca. 1000 DKK, ca. 130.- € pro Kajak und Richtung. Die Kajaks sind mindestens für den Hinweg in Kisten zu verpacken.

• Flüge gibt es mehrmals wöchentlich mit der Air Greenland von Kopenhagen nach Kangerlussuaq. Von dort aus nach Ilulissat mit derselben Fluggesellschaft weiter (relativ teuer).

Radiowetterbericht in Grönland: Täglich um 8.15 Uhr, außer sonntags auf AM 650 KHZ in englischer Sprache (Radio Nuuk).

• Der Radiowetterbericht wird für einige Küstenorte gesendet. Außerhalb dieser Orte kann ein ganz anderes Wetter herrschen. Deswegen ist es empfehlenswert ein Barometer mitzunehmen.

• Verpflegung kann grundsätzlich in Ilulissat gekauft werden. Empfehlenswert ist es die Verpflegung vorher optimal zusammenzustellen und mit den Kajaks zusammen in den Transportkisten zu verschiffen. Dadurch entstehen keine Mehrkosten. Unterwegs ist eine weitere Verproviantierung kaum möglich. Gefriergetrocknete Mahlzeiten haben sich für diese Zwecke bestens bewährt.

• Campieren ist überall für eine Nacht erlaubt. Wir haben viele idyllische Plätzchen zum Campieren am Ufer gefunden. Vorsicht ist geboten beim Campieren gegenüber großen Eisbergen und Gletscherabbrüchen.

• Trinkbares Wasser gibt es überall. Wir haben uns die Zeltplätzchen i.d.R. so ausgesucht, dass wir einen in der topographischen Karte eingezeichneten Wasserlauf ansteuerten. Zum Einen hatten wir dort meistens fließendes Wasser, zum Anderen konnten wir leichter anlanden. Die Küste ist fast überall felsige Steilküste.

• Kartenmaterial: M 1: 250.000 Sagamaps Bl. 10; Disko Bugten. Die Karte ist für die Durchführung einer Seekajaktour vollkommen ausreichend. Trotz des großen Massstabes ist die Karte im Detail sehr verläßlich.
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