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Fitnesskajak oder Marathonkajak

geschrieben von Ursen 
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
20. Juni 2015 11:06
... mich beschleicht oft der Verdacht, dass es gerade mal halb so viele Formen wie Boote gibt. Am freigiebigsten sind die prominenten Hersteller mit den Formen, von denen sie sich trennen wollen – umgekehrt natürlich ebenso. In dem Segent z.B. Nelo von dem Razor. Ganz früher Prijon von dem Canyon 400, den man dann Hammer überließ, ... tbc

Trockenlauf ist sonst relativ: Mein rundum voluminöser Prijon macht bei Wind von vorn Sprühregen, bleibt aber lange oben. Man kann sehr lange ohne Spritzdecke fahren, wenn man sich nicht an der Frische im Schritt stört.
Der Escape fährt unbeeindruckt durch kurze Wellen durch, ohne ein einziges Tröpfchen zu versprühen, aber bei höheren Motorbootwellen braucht man die Spritzdecke. Solange die kurzen Wellen aus einer Richtung kommen, am besten von vorn, klappt das völlig problemlos. Es gibt auch fast keine Kippneigung in der kurzen Tauchphase.
Ein drittes Boot macht keinen Sprühregen, durchschneidet kurze flache Wellen wie der Escape und wird von größeren, nicht zu steilen sanft angehoben. Ansonsten natürlich wie immer: Augen zusammenkneifen und durch.

Eine vorn schmale Unterschale gepaart mit einer viel breiteren Oberschale würde nicht aufeinanderpassen ... so wie man mit einem Senfglasdeckel die Zahnpastatube nicht verschließen kann (?!)


Der Kielsprung ist schon deutlich größer, als bei Viper, Razor/Escape. Der Kape Spirit 51 ähnelt auf den Fotos schon mehr (?!)
Der Kielsprung steht allerdings auch in Wechselwirkung mit den Radien im mittleren Bereich der Unterschale an dieser Stelle. Ganz wild phantasiert wäre es möglich, dass man die Bugwelle zu Lasten der Kippstabilität weiter nach hinten schieben wollte und dann, nach weiteren Versuchen, die Form eines grundsätzlich flotten Bootes doch für kleines Geld der Konkurrenz überlassen hat. *

Ein interessantes Thema. Weil ich vermute, dass die Kaufentscheidung quasi gefallen ist, wäre ich interessiert mal für eine Runde mit Dir zu tauschen.

VG
Chris


* Preisfrage: Welche Maschine verkauft der Schlosser seinem ungeliebten Konkurrenten? – Seine leicht ausgeleierte Drehmaschine zum "Freundschaftspreis", damit er ja nicht auf die Idee kommt, sich was besseres zu kaufen. spinning smiley sticking its tongue out
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
20. Juni 2015 18:17
Zitat
Haubentaucher
Eine vorn schmale Unterschale gepaart mit einer viel breiteren Oberschale würde nicht aufeinanderpassen ... so wie man mit einem Senfglasdeckel die Zahnpastatube nicht verschließen kann (?!)

Falls damit der CoastFighter gemeint ist: die Original-CoastSerie hat keine Ober- und Unterschalen, sondern rechte und linke Schale. winking smiley
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
21. Juni 2015 15:44
Weil natürlich jeder Zentimeter zählt:
der weiter oben erwähnte Neumann Spirit ist 46 Zentimeter breit, und nicht 44.
Der ebenfalls weiter oben genannte Coastrunner ist 54 Zentimeter breit, und nicht 56.

Munter bleiben.
Norbert

Ps:
Wer hier Kanuveranstaltungen 2015 Termine ergänzen kann....
immer her damit!


Ps:
Wer hier Kanuveranstaltungen 2016 Termine ergänzen kann....
immer her damit!

Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
22. Juni 2015 11:06
Lieber Urs,
herzlichen Glückwunsch zu deiner "Paddlerkarriere", die meiner sehr ähnelt. (51 J)
Entscheidend sind dein Revier Vierwaldstädter See und die Jahreszeiten, in denen du Fitnesspaddeln willst. Bedenke, das in Frühjahr, Herbst und Winter eine Kenterung gefährlich sein kann und du dann auch andere Bekleidung benötigst. Dein "Fitnessboot" sollte also auch im Winter sicher zu beherrschen sein. Desw. solltest du nicht nur Paddeln, sondern auch ein spezifisches Krafttraining (Fitnessraum) machen.

Ich besitze ein Plastex Marathon Master und fahre damit ganzjährig; allerdings muß ich da auf Seen mit Wellengang, v.a. durch Motorboote, schon aufpassen. Essen und Fotografieren geht nicht. Da ich im Verein die Möglichkeit habe, eine altes reinrassiges Holzrennboot zu benutzen, kenne ich den Unterschied: Da ist das Plastex ein Dickboot. So ein 11 kg Boot ist sehr empfindlich und du brauchst geeignete Stege zum Ein- und Aussteigen.

Für die schnelle Fitnessrunde auf Kleinflüssen (Grundberührungen, Steine, schlimme Ein- und Ausstiegsstellen) habe ich einen Pyranha Speeder aus PE, den ich mit einem Wingpaddel fahre, das Boot ist ein Wildwasserabfahrtsboot und vorne schön schmal. Unkaputtbar, rauf aufs Ufer, reingerutscht ins Wasser. Gestern war ich mal bei Wind auf der Bleilochtalsperre unterwegs, auch das geht. Der ist so stabil, dass man auch essen, trinken und fotografieren kann.

Dein Yukon E unbedingt behalten, das war ein tolles Boot, das ich mal gefahren bin, erstaunlich schnell. Ähnlich meinem dicksten Boot, dem Prijon Millenium, den ich für Gepäckfahrten mit der Familie nutze.
Lass uns wissen, was du dir gekauft hast. Tip: wenn du das Boot transportieren willst (z.B. zu Marathonveranstaltungen), kaufe dir gleich noch eine passende Stoffhülle.
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
22. Juni 2015 18:10
Hallo Torsten,
wo reihst du den Pyranha Speeder im Geschwindigkeitspotenzial gegenüber dem Plastex Master, Millenium und Yukon E ein?
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 13:47
So, ein Update und ein erster Bericht:

Gestern Nachmittag habe ich frei genommen, und war bei der Kanuschule Bodensee für eine Probefahrt. Dort bin ich um 14 Uhr angekommen, schaue mir den See an, und denke: oh nein.... 3 - 4 Bft. Westwind und die entsprechende Welle.
Ich durfte verschiedene Boote anschauen und mich reinsetzen, die entsprechenden Vor- und Nachteile wurden mir ausführlich erklärt. Als Neuling ist ja der Erklärungsbedarf sicherlich etwas höher als bei erfahrenen Kanuten. Die Zeit verging, und der Wind flaute etwas ab.

1. Runde: Surfski Epic V8 Der Wind war immer noch stark, die Wellen ebenso. Mit dem Epic fühlte ich mich recht sicher. Zugegebenermassen habe ich auch mit meinem alten Yukon E keine Erfahrung bei Welle. Der Surfski liess sich leicht beherrschen. Zuerst gegen den Wind, dann wieder zurück zum Ausgangspunkt. Das Wendemanöver war etwas kippelig, der anschliessende Vorwindkurs war richtig cool. Dafür sind Surfskis ja gebaut, soviel ich weiss. Die Steuerwirkung der sehr grossen Flosse war mir fast zu stark, ausserdem hat die Steuerflosse doch einen deutlichen Effekt, und versucht das Boot zu Kippen. Nach den ersten paar Mal weiss man das aber, und ist darauf vorbereitet.

2. Runde: Nelo Viper 55 Der Wind ist weg, die Welle aber immer noch deutlich. Das richtige Reinsetzen wird mir erklärt, so geht es schon viel besser. Also lospaddeln. Eine für mich völlig neue Sitzposition, die ersten paar Meter waren recht kippelig. Zuerst auch wieder direkt gegen die Welle, und mit jedem Schlag fühlt sich das Boot besser und stabiler an. Dann nach ein paar hundert Metern die Wende, das ist ja ein Eiertanz. Mit Paddelstütze (eben gerade erst erklärt bekommen) aber einigermassen sicher gedreht, und zurück zum Ausgangspunkt. An den Steg ran und ausgestiegen.

3. Runde: Nelo Viper 51 Die Wellen sind etwas schwächer. Reingesetzt und ganz langsam losgefahren. Direkt gegen den Wind, schön nahe am Ufer. Nach etwa hundert Metern dann die erste Kenterung. Mit dem Boot ins Flachwasser geschwommen, aufgerichtet, reingesetzt und weiter. Etwa 50 Meter, nächste Kenterung. Umgedreht und mit einem breiten Lachen zurück. Das ist es! Herausforderungen braucht der Mensch.

Also, mein neues Boot ist eine Nelo Viper 51 in WWR, 11.94 kg schwer, weisser Rumpf mit rotem Deck und Carbon-Seitenstreifen. Eine wirkliche Schönheit! Die Kurven eines schönen Bootes sind durch (fast) nichts zu übertreffen.

Dann 150 km Auto gefahren, und Abends um 20.30 natürlich nochmal ins Wasser. 45 Minuten gepaddelt bei ziemlicher Welle und leichtem Regen. Insgesamt 8 Kenterungen. Heute über Mittag etwas länger Pause gemacht, und diesmal war das Wasser etwas flacher. Nur noch 3 Kenterungen in 45 Minuten. Der Ehrgeiz hat mich gepackt, und ich will und muss dieses Boot beherrschen. Also ist ab sofort tägliches Training angesagt, wenn auch eher in Gleichgewicht als in Ausdauer.

Das Boot schläft übrigens bei mir im Wohnzimmer, für das Bootshaus ist es mir (noch) zu schade. Kann man hier eigentlich Bilder einstellen? Muss dringend mal welche machen.

Herzlichen Dank an alle für die Tipps, und ich melde mich wieder, sobald die erste trockene Ausfahrt bewältigt ist.

Gruss
Urs
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 14:44
Der Millenium ist eher langsam, der Speeder geht erstaunlich gut ab und der Plastex ist am schnellsten (bei entsprechender Technik).
Im Kanu Magazin war ein Testbericht über den Speeder

[www.kanumagazin.de]

Aber wie immer gilt: Probefahren, Probefahren......
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 16:24
Hallo Urs,
wenn ich richtig zusammengezählt habe, also 13 Kenterungen in 2 Tagen, und du bist entschlossen, weiterzumachen.
Das ist Sportsgeist, Kompliment!
Wirst schon sehen: es werden immer weniger und irgendwann recht bald fragst Du dich, wie Du überhaupt jemals mit dem Boot umkippen konntest.
Viel Spaß wünscht dir
Gerhart
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 17:20
Hallo Urs,

RESPEKT, vor deinem Ehrgeiz und deinem Vorhaben!! thumbs up

Die Viper 51 ist tatsächlich kein K1 in den man sich mal eben so hineinsetzt und entspannt losfährt.

Die Saison ist jedoch noch lang, und so wirst Du mit großer Sicherheit im weiteren Verlauf viele aufregende Kilometer mit diesem guten Boot erleben und bestimmt auch genießen.

Und sei es nach den nach hinten hinaus sich verlängernden, und intensivierenden Fahrten unter der anschließend warmen Dusche ... smiling smiley

Lasse uns hier gerne an deinen Entwicklungen teilhaben.


VG
v. alten Franky
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 17:21
Zitat
gaucho
Hallo Urs,
wenn ich richtig zusammengezählt habe, also 13 Kenterungen in 2 Tagen, und du bist entschlossen, weiterzumachen.

smoking smiley Urs will gar nicht paddeln,er hat richtig Spaß am kentern thumbs up smiley
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 17:32
Hi Urs,
ein schöner Bericht und Glückwunsch zur "ersten Wahl", ein Superboot.
Ich kann deine Erlebnisse sehr gut nachempfinden und dir versichern, dass du irgendwann sagen wirst "wo war eigentlich das Problem"
Die 51er ist aus meiner Sicht das beste Allround- bzw. Ganzjahresboot.

Weiterhin viel Erfolg wünscht dir Jörg aus Berlin-Wannsee
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 18:00
Hi Urs,
willkommen im Club der TurbootPaddler!!!
Shake hands!
smileys with beer
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 18:34
Das ist wahrer Kämpfergeist!
Viel Spaß mit der Nelo Viper 51, die gut gepaddelt immer ein würdiger "Gegner" für andere Turboote ist.
Vielleicht sieht man sich mal bei einer Marathonveranstaltung.

Wackelpeter
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 23:18
Glückwunsch zu Viper 51, ein sportliches, schnelles Boot, was auch noch einiges an Welle ab kann, für Dein Revier genau da Richtige
Das mit dem Kentern wird sich geben, dran bleiben.

Grüße Bernd
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
23. Juni 2015 23:54
Hi Urs,
dein Ehrgeiz in ehren, das muss ja was werden.
Viel Spaß und hoffentlich bis zu einer der kommenden Marathonveranstaltungen, man sieht sich.

Viele Grüße
Jörg
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
24. Juni 2015 10:57
Hallo Urs,

Dein Bericht war schön zu lesen. Man hört den Enthusiasmus förmlich raus.


Mach so weiter, und Du sitzt auch schon bald im Quattro.

Gruß aus'm Pott,

Alex
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
24. Juni 2015 13:35
Hier noch die versprochenen Bilder vom Nelo in seiner Heimat.

Grüessli
Urs
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Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
24. Juni 2015 13:42
Ich bin sprachlos…und dabei habe ich noch nicht mal auf das Boot gekuckt!
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
24. Juni 2015 17:29
öööh, da kommt Neid auf *grins*
Re: Fitnesskajak oder Marathonkajak
24. Juni 2015 20:24
Dazu war's nicht gedacht... Ein Boot gehört nunmal ans Wasser. Heute erst 11 mal gekentert, am Mittag 1 Stunde unterwegs gewesen, am Feierabend eine Stunde und jetzt geh ich gleich nochmal. Leider sind nun bei schönem Wetter wieder viele Boote unterwegs und es ist entsprechend wellig.
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