home Konzept Forum Namen Links E-Mail Links

Willkommen! Anmelden Ein neues Profil erzeugen

Erweiterte Suche

Kajaks aus Grönland - wer kennt die?

geschrieben von Wolfgang 
Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 01:24
Hab gerade folgenden Bootsbau in Grönland entdeckt - Kennt jemand die Boote?
http://www.greenlandkayaks.gl/
Der Blog für Grönland-"Expeditionen" ist ev. auch hilfreich, wenn gleich hier bei uns genügend Experten für das Thema vorhanden sind.
http://greenlandkayakguide.blogspot.de..

Die Seite gehört Baldvin Kristjansson aus Qaqortoq, Grönland.

Wolfgang
[www.kvu-bremerhaven.de]
Anonymer Teilnehmer
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 08:58
Hallo Wolfgang,

nein, diese Kajaks aus der modernen Sululik-Serie - noch nie gesehen, weitere Fotos sind selten,
vielleicht besser einen Experten fragen?

Das Deckslayout ist von Designerin Miriam Korn aus Schweden.

Ich finde den modernen Ansatz der Sululik-Serie ganz gut, aber der Preis um fünfeinhalb Tausend Euro ist natürlich gewaltig.
Es werden dort neben den modernen SoF´s tatsächlich auch noch Kajaks mit Robbenfell-Bezug (zu Ausstellungszwecken) hergestellt:



Siehe auch hier: [kajakkspesialisten.no]

Über die "SOF-Soap" musste ich gerade auch etwas schmunzeln...
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 12:05
moritz schrieb:
-------------------------------------------------------
> Ich finde den modernen Ansatz der Sululik-Serie
> ganz gut, aber der Preis um fünfeinhalb Tausend
> Euro ist natürlich gewaltig.

Es sind wunderschöne Boote und 6 bis 7 kg für ein 5,60 m langes Boot ist auch ein Wort.
Fünfeinhalb Tausend Euro sind im Billiglohnland Deutschland natürlich ne Menge Holz, dürften aber für das, was an Material, Design und realer Handwerksarbeit (u.a. handgenäht in Schweden) in diesen Booten steckt, angemessen sein. Zu bedenken ist, dass Schweden, Dänemark sowie das zum Königreich Dänemark gehörende Grönland die höchsten Stundenlöhne und wohl auch Lebenshaltungskosten in Europa haben und sich dies auch in den Produktpreisen spiegeln muss. Gegenüber dem in Dänemark handgefertigten Mahagoni-Seekajak Sea Cruiser von Struer Kajak zum Preis von knapp 6.400 Euro ist die Sululik-Serie gar noch günstig. winking smiley

VG
Wackelpeter
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 12:27
Sehr schicke, schön detaillierte Boote!

In dem Thread "Skin on frame: Haut durchgescheuert" wurde gemutmaßt, dass die Beschädigung aus einem zu geringen Abstand zwischen Spanten und Haut resultierte.

Auf der Innenaufnahme des Baldvin Kristjansson-Bootes in der Beschreibung zum Bezugsmaterial SealSkin AD2010™ sehe ich nun den gleichen geringen Abstand. Bei dem beschriebenen Schadensfall lag es wohl eher an der Verarbeitung der Beschichtung oder dem Beschichtungsmaterial, da die Haut auf den Stringern eigenartigerweise nicht beschädigt war.

Was wäre denn richtig? Abstand erforderlich?
Die in den Innenraum hängende "Tasche" kann ich mir nicht so recht erklären, hat jemand eine Idee dazu?

Die enormen Bootspreise zwischen 4.500 und 5.500 € kann ich mir nur dadurch erklären, dass, je näher man der Perfektion kommt, der Aufwand auch überproportional ansteigt. Ein nahezu perfektes Boot von Nick Schade, mit erlesenen Details aus handverlesenen Hölzern liegt zwischen 4.500 und 15.000 Dollar. Wobei die Bootspreise in diesem Segment sicher auch am Geldbeutel der Kundschaft orientiert sind, anders kann ich mir den Preisunterschied zwischen dem Activ für 3.000 € und SeaCruiser für 5.000 € von Struer dann doch nicht erklären.

Gruß
Jens

Edit:
da war Peter schneller, die "Kundenorientierung" läßt sich wohl auch an den unterschiedlichen Preisangaben auf jeweils aktuellen Webseiten von Struer ablesen.


Berlin-Spandau • Schullckes N°1 • GP • Klepper Tramp • Hammer Team 2000 • Lettmann Combi 2000 • Chesapeake 16 • Godthab • absolut beginner since 2009 • SaU N° 2108 • Seebefähigung 2012
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 12:38
Seh soeben, dass der von mir in Euro umgerechnete Kronenpreis für den Sea Cruiser deutlich höher liegt als der auf der "international site" ausgewiesene Europreis. Mag sein, dass der Euro-Preis der Netto-Preis noch ohne die jeweils zu entrichtende Mehrwertsteuer (im Prinzip Zoll) ist.
Anonymer Teilnehmer
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 13:34
> Es sind wunderschöne Boote und 6 bis 7 kg für
> ein 5,60 m langes Boot ist auch ein Wort.

Hallo Wackelpeter,

6kg, das ist nur die Angabe für die Haut, das Gerüst ist extra, wiegt 10-11 kg. Bei 6 kg würde das Kajak ja vom Stand fliegen, wenn es etwas weht.

Vielleicht ist es ja dazu auch das außergewöhnliche High-End Material SealSkin AD2010™, das den Preis in die Höhe schnellen lässt?winking smiley Oder die besonderen Stoffmuster? Wer weiß...

Hallo Jens,

Ein edles Boot von Nick Schade mit Intarsien aus laminiertem Edelholz, so mit allen Finessen... ja das ist bestimmt auch nicht billig, da stecken auch eine Menge Arbeit und nur die erlesensten Hölzer drin.

Der Abstand zwischen Spantenbogen und Haut auf dem Foto sieht wirklich sehr knapp aus.
Ich habe das auch bei einem Kajak von mir, es ist nicht so gut.
Wenn man die Haut beim Beschichten nicht zwischen schleifen muss, kommt man damit durch.
Aber es bremst bestimmt auch etwas, die Haut drückt durch den Wasserdruck ja noch etwas ´ran.
In dem Fall lieber die Senten mehr zur Mitte setzen, dann bekommt man mehr Abstand - das ändert aber natürlich auch die Rumpfform.
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 15:39
moritz schrieb:
-------------------------------------------------------
> 6kg, das ist nur die Angabe für die Haut, das
> Gerüst ist extra, wiegt 10-11 kg.

O.K. und danke, jetzt habe ich die Seite verstanden winking smiley - oben werden die Rahmen angeboten und darunter separat die Häute, je nach Ausführung.
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
29. Dezember 2012 22:08
Warum wundert Euch der Preis? Ein Serienprodukt z.B. Lettmann Schüssel kostet doch auch ein paar Kiloeuronen. Für einen Grönländer brauche ich ca. 130 Std. zuz. ca. 550.- Euro Material. Wer will schon für 20.- Euro/Std. brutto arbeiten?
Gruß
Karl-Heinz
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 10:18
Issorartuyok schrieb:
-------------------------------------------------------
> Warum wundert Euch der Preis? Ein Serienprodukt
> z.B. Lettmann Schüssel kostet doch auch ein paar
> Kiloeuronen. Für einen Grönländer brauche ich
> ca. 130 Std. zuz. ca. 550.- Euro Material. Wer
> will schon für 20.- Euro/Std. brutto arbeiten?
> Gruß
> Karl-Heinz


Sag mal,bist du Gott ?

Ich finde es ungeheuerlich einfach ein Unternehmen ,wie Lettmann unverschuldet mit "Schüssel" in einem Grönland-thread einzubeziehen !!!

Rechnen und schnelleres Arbeiten scheint auch nicht deine Stärke zu sein !!

5500 Euro für ein Kajak.. ziehen wir mal deine 550 Material ab,bleiben 4950 Euro ...dividiert durch 130 Std. = 38 Euro/Std. (gerundet)

In jedem Beruf gibt es und gerade im Handwerk... sehr gute schnelle "Arbeiter" und die umständlichen ,langsamen "Arbeiter"

sagen wir nun einmal... das Kajak ist in 65 Std. fertig,dann macht es rund 75 Euro / Std.

O.K. ich weiß......ist noch zu wenig (ironie)

Azubi
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 13:50
"Sag mal,bist du Gott ?"
nein, wie kommst Du auf sowas?

"Ich finde es ungeheuerlich einfach ein Unternehmen ,wie Lettmann unverschuldet mit "Schüssel" in einem Grönland-thread einzubeziehen !!!"
Das von mir verwendete Wort "Schüssel" ist nicht gut gewählt. Mea culpa....

"Rechnen und schnelleres Arbeiten scheint auch nicht deine Stärke zu sein !!
5500 Euro für ein Kajak.. ziehen wir mal deine 550 Material ab,bleiben 4950 Euro ...dividiert durch 130 Std. = 38 Euro/Std. (gerundet)"

Ich hab geschrieben, dass ich nicht für 20.- Euro/ Std. arbeiten will. Deshalb erscheint mir der Preis für so ein Kajak auch angemessen, denn die nehmen auch nicht nur 20.-Euro/Std. wie Du offensichtlich auch festgestellt hast. Wieso Du daraus eine fehlende Rechenstärke ableitest, ist mir allerdings unklar.

"In jedem Beruf gibt es und gerade im Handwerk... sehr gute schnelle "Arbeiter" und die umständlichen ,langsamen "Arbeiter"
Das sehe ich sehr ähnlich, wieso das allerdings "gerade im Handwerk" so sein soll, kann ich schon wieder nicht nachvollziehen.

"sagen wir nun einmal... das Kajak ist in 65 Std. fertig,dann macht es rund 75 Euro / Std."
65Std. für einen SoF Grönländer? Das meinst Du jetzt aber nicht wirklich ernst, oder? Hast Du das schon versucht, oder welche Laus ist Dir über die Leber gelaufen, dass Du so sauer reagierst?

"O.K. ich weiß......ist noch zu wenig (ironie)
Azubi
"
Verstehe ich nicht....
Gruß
Karl-Heinz
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 14:43
Eigentlich fand nur Moritz den Preis der oben verlinkten Kajaks um 5.500 Euro "gewaltig". Er hat nichts von unangemessen geschrieben, sonst auch niemand. Mit etwas Nachdenken sind sich sicherlich alle einig, dass die Preise der in den "Hochpreisländern" Dänemark, Grönland oder Schweden in zeitaufwändigem Handwerk und in Kleinstserie hergestellten Objekte der Begierde nachvollziehbar und gerechtfertigt sind.
Der Konsum von in Niedriglohnländern industriell hergestellter, konfektionierter Massenware birgt die Gefahr einer Entfremdung von den Werten der Handwerkskunst (Geiz ist geil!-Gesellschaft) und handwerklich hergestellter Produkte. Ein Handwerker/Arbeiter - egal, wo auf der Welt - soll auch von seiner Arbeit adäquat leben können. Wenn die Herstellung eines Bootes ca. einen Mannmonat plus Material (plus Entwicklung, Werbung und Vertrieb) kostet, ist es doch nur nachvolllziehbar, wenn der Preis für das Produkt mindestens ein Monatsgehalt beträgt.

Wackelpeter
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 15:26
@ Wackelpeter

Das sehe ich auch so wie Du.

Gute Ware hat seinen Preis und wir sollten abrücken von der Wegwerfgesellschaft, die nur die natürlichen Ressourcen vernichtet.

Ein Produkt was relativ teuer erworben wird, damit wird auch anders umgegangen.



Rüdiger
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 16:23
@ Wackelpeter und Waterwilly

Alles richtig und in ordnung..Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis...und gutes Handwerk soll auch entsprechend belohnt werden..insbesondere die alten und vom aussterben bedrohten Berufe.

Mir ging es nur um die Abwertung eines anderen Herstellers und deren Produkte... und der Milchmädchenrechnung...nur weil ich ein Produkt bevorzuge,gibt es mir nicht das Recht andere/s zu verunglimpfen....nicht mehr und nicht weniger wollte ich damit zum Ausdruck bringen.


Gruß,Azubi
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
30. Dezember 2012 19:17
@ Azubi, war auch nicht an Dich gerichtet, sondern ganz allgemein.
Re: Kajaks aus Grönland - ich hätt sie kennen müssen
03. Januar 2013 17:46
Wie Udo Beier in seinen Kustenschlenderer-News schreibt, sind diese Kajaks im KANU MAGAZIN, Nr. 2/2010 (Mai-Juni), S.30-35 unter dem Titel „Mann mit Missionen“ - Baldvin Kristjansson: ein isländischer Seakayaker auf Grönland von Manuel Arnu schon vorgestellt worden...
und das Heft habe ich zu Hause und die Story habe ich damals gelesen...eye popping smiley
Baldvin sollte mir auch als Person bekannt sein - er machte bei Olaf Malvers Explorers Corner den Guide für Grönland, und nachdem Olaf die Firma an Natural Hbitat verkauft hat, macht Baldvin da mit - deren Nwsletter trudeln nun schon Jahre in meine Box
Büschen doof...nech?

Wolfgang
[www.kvu-bremerhaven.de]
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
09. Januar 2013 19:18
Moin Wolfgang,
nein, die Kajaks kenne ich nicht, habe aber schon seit ihrem Start die Seite bei mir im Lesezeichen!
Ich habe noch keines dieser wunderschönen Kajaks "in natura" gesehen, glaube auch nicht, dass sie mit dem Preis eine Chance auf dem europäischen Markt haben werden (sofern man bei dem Bau und Verkauf von grönländischen SOF-Kajaks überhaupt von einem Markt sprechen kann). Hier gibt es vergleichbare Kajaks für die Hälfte!
Wenn man sich so einen Kajak bestellen würde, gibt es (außer Farbe und Deckslayout - also den beiden unwichtigsten Details!) nur die Wahl zwischen "Ostgrönländer" und "Südgrönländer".
Die tausend Varianten des Traumkajaks, die beim Bau mit Rudi Cooymans, Thomas Grögler oder mir möglich sind, habe ich dort noch nicht gefunden.
Und hier in Europa (Deutschland kann ich ein wenig beurteilen), bauen sich die Leute ihren Kajak unter Anleitung lieber selbst. Nicht nur um ein paar Euro zu sparen, sondern weil das Ganze höllisch viel Spaß macht (angewandte Paläoanthropologie mit Geschichtsuntericht und Handwerkskönnen...).

Hilft die Auskunft weiter?

Gruß

Hakola

PS: Auch wenn ich jetzt nicht mehr "Häuptling" der SaU bin, sollten wir mal zusammen paddeln gehen...!
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
09. Januar 2013 19:43
Hakola,

ich denke nicht, daß ich ein Kajak davon kaufen würde, für meine Zwecke wäre es Resourcen- & Geldverschwendung, meine Umgangsweise mit Kajaks ist zu rau, und ich brauche lastkähne für Langtouren.
Nein, bemerkenswert fand ich, das aus dem Land der Kajaks einer antritt, Kajaks zu exportieren (wenn gleich er kein Inuit ist, das wäre natürlich noch autentischer). Wir Nichtgrönländer fabulieren und Expert-tieren über diese kajaks und den Bau, aber die Erfinder bzw. deren Erben sind überhaupt nicht Teil des Geschäftes - und dann kommt einer - o.k., ist nur ein Wikinger, gehört eigentlich eben auch nicht dazu - und.... was passiert? Wird das wahrgenommen?
Ich glaub schon, das es den einen oder anderen verrückten gibt, der sich so ein Ding holen würde, so teuer wie es scheint aber letzten Endes auch wieder nicht ist, wenn man hendwerkliche Maßstäbe anlegt. Nicht jeder hat Lust, sich so ein Gerippe zu zimmern und zu bespannen. Den Selbstbauspaß muß man haben, mir geht er z.B. mittlerweile ab, weil der Beruf mehr und mehr fordert. Klar, ich könnte so ein Ding selbst bauen, aber ich kenne Leute, die haben seit jahren das Material für ein Leistenkajak schönster Form im Keller, am boot eines Kameraden haben sie mitgebaut - wunderschön - aber der drive für das eigene versickerte dann und der Keller wartet immer noch...
Und ich hab mir das bauen eines Original Kajaks noch in Grönland selbst angesehen - Uummannaq 1988. Und später in Thule / Qaanaq genauso.
Trotzdem...bleib ich vorerst beim Boot von der Stange, denn die Selsbtbau-muße geht mir zur Zeit ab...
Gruß

Wolfgang
[www.kvu-bremerhaven.de]
Anonymer Teilnehmer
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
10. Januar 2013 09:48
Hakola schrieb:
"Die tausend Varianten des Traumkajaks, die beim Bau mit Rudi Cooymans, Thomas Grögler oder mir möglich sind, habe ich dort noch nicht gefunden."

Hallo Hakola,
dann kenne ich die 995 anderen Ausführungen bisher nicht winking smiley Nein, nein, ich meine damit: egal wer es gebaut hat - man sieht
an der "Handschrift" des Erbauers - (neben der Form, den Details und Konstruktionsweisen des Kajaks) in welchem Kurs es entstanden ist. Aber das ist doch auch gut so!
Hast Du nicht einen King Islander begonnen? Das würde mich sehr interessieren.

Wolfgang schrieb:
"Ich glaub schon, das es den einen oder anderen verrückten gibt, der sich so ein Ding holen würde...Nicht jeder hat Lust, sich so ein Gerippe zu zimmern und zu bespannen."

Hallo Wolfgang,
Werden "Seekajakfahrer" insgesamt nicht auch von vielen Menschen eher als "Verrückte" eingestuft? Viellicht weil Sie nicht die Motivation dahinter nicht verstehen? (Also unter uns: Ich würde das auch einfach so bestätigen)

Mit dem "zimmern eines Gerippes" ist es ähnlich...

" ...weil der Beruf mehr und mehr fordert. Klar, ich könnte so ein Ding selbst bauen, ....aber der drive für das eigene versickerte dann und der Keller wartet immer noch...

Hallo Wolfgang,
Was wäre denn der erste Schritt, damit es fertig wird? Vielleicht sind es ja nur 2-3 Vorbereitungen die einen davon abhalten - aufräumen, oder das Einrichten des Arbeitsplatzes - und dann ist der Spass am Bauen wieder voll da...winking smiley

Einer geht in einen Baukurs, nimmt sich frei und baut straight 10 Tage lang durch.
Der Andere werkelt vielleicht nach Feierabend ein Stündchen entspannt am Kajak.
Und der Dritte muss für die Euros, die ein Serien-Kajak nun mal kostet, auch erst mal im Job gearbeitet haben - je nach Lohn auch nicht gerade wenig Zeit.

So wie es eben am besten zu einem passt und so wie man es eben organisiert bekommt.
Ob das Kajak so oder so "besser" oder "schlechter", "teurer" oder "billiger" wird - das können gerne Andere beurteilen.

Aber so lange sind mir fast alle mehr oder weniger "Verrückten" immer noch sehr sympathisch.smoking smiley


Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
10. Januar 2013 11:33
Naja,ich halte es so wie die ursprünglichen Erfinder dieser Boote - ein Kajak baut der Jäger/Mann selbst! Edle Hölzer? Nö,das was tauglich erscheint und vorhanden ist! Soweit ich weiss haben die Inuit kein Holz importiert,sonder Treibholz gesammelt und auch aus Palettenholz lässt ich laut Harvey Golden auch ein Boot zimmern!
Ich sehe das Ganze eher nostalgisch und für mich erschliesst sich der Sinn nicht,weshalb die zwar technisch ausgereifte aber doch irgendwie primitive Bauweise der Grönlandkajaks im ursprünglichem Sinn durch Verwendung von teuren Materialien ad absurdum geführt wird!
Jeder wie er meint,für mich wär das nix!
Anonymer Teilnehmer
Re: Kajaks aus Grönland - wer kennt die?
10. Januar 2013 14:22
Tryn schrieb:
> Nö,das was
> tauglich erscheint und vorhanden ist!


Hallo Olli,
Leider finde ich Holz, was bei mir vorhanden und leicht zugänglich ist meisten nicht "tauglich".
Bei Deinem Kajak hattest Du wirklich gutes Holz - auch wenn es von Nebenan kam!

Wenn man stark astiges Holz für die Bordwände verwenden wollte, müsste man die Querschnitte übermäßig stark dimensionieren oder bereit sein, Abstriche in Sachen Stabilität zu machen.
Das Gerüst wäre dann entweder klobig und schwer oder eben zerbrechlich.

Vom KGH exportiertes Holz wurde verwendet, auch wenn Treibholz für besser erachtet wurde. (Nansen/Eskimoleben)

> Ich sehe das Ganze eher nostalgisch
daran habe ich keine Zweifel....winking smiley

Auf eine Seekajakwoche wurde ich ernsthaft gefragt:

-"Sieht nett aus. Aber hat das überhaupt einen Gebrauchswert?"
-"Nein. Es hängt sonst nur über dem Sofa. Und ich liege sonst immer drunter. Ja, ja..."


Tryn schrieb:
> erschliesst sich der Sinn nicht,weshalb die zwar
> technisch ausgereifte aber doch irgendwie
> primitive Bauweise der Grönlandkajaks im
> ursprünglichem Sinn durch Verwendung von teuren
> Materialien ad absurdum geführt wird!


Ach so! Du meinst Leisten, Sperrholz, Glasfaser und so Zeuch damiteye popping smiley Aber warum ist das weniger "primitiv"als ein feines Gerüst?
Wie sieht´s Deiner Meinung nach mit Nylon und Coelan aus?

Wie bist Du mit Deinem Kajak zufrieden - Schon ein paar Touren damit machen können?

Eine "richtige" Replik für ein Museum kann vielleicht Harvey Golden machen: Replica of the Horniman Museum 18.11.61.b

Meint "zusammen zimmern" nicht das Gegenteil von dem, was Du gemacht hast - saubere Arbeit?
Mit der Verwendung von miesem Material und Werkzeug kommt man einem "authentischen" Kajak nicht wirklich wirklich näher... Da sind erstmal andere Dinge gefragt?
(Form und Konstruktion zum Beispiel) Ich finde, Harvey Golden macht das so - seine bisherigen Kajaks waren mit Polyerster oder Baumwolle bespannt. Da denke ich auch nicht, das es etwas ausmacht.
Ganz zu schweigen vom Werkzeug - hier gehen die landläufige Phantasien ja manchmal sogar in Richtung "Steinzeit".

Vergleiche mit den Fängern aus Grönland sind immer ziemlich problematisch - das geht doch nicht.

Wolfgang, ich sehe keinen Grund, warum man als Nicht-Grönländer nicht über traditionellen Kajaks fachsimpeln dürfen soll. (war noch nicht einmal da)
Oder schmeckt die Pizza etwa nur deshalb anders, weil Sie in Italien vom Italiener gebacken wird?


Beste Grüße: Moritz
In diesem Forum dürfen leider nur registrierte Teilnehmer schreiben.

Klicke hier, um Dich einzuloggen

Meer erfahren - fair kommunizieren.