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Westgrönlandexpedition

geschrieben von Chris Impact 
Westgrönlandexpedition
07. Oktober 2009 15:22
Hallo zusammen,

ich interessiere mich in letzter Zeit immer mehr für einen Westgrönlandtrip. War jemand von Euch schon in Grönland mit dem Kajak unterwegs? Mich würde interessieren wie die Anreise und Logistik verlief und mit welchen Kosten ihr rechnen mußtet.

Ein erfahrener Paddel, der zudem noch mein Händler ist, sucht für eine weitere Expedition geeignete Interessenten. Da ich in dessen Gegenwart von seinen Fotoaufnahmen aus Grönland schwärmte kam natürlich prompt die Frage, ob ich nicht an einer solchen Tour teilnehmen möchte. Mir ist schon bewußt, daß das u.a. auch ein logistischer Kraftakt ist und man dort auf sich (als Kleingruppe) alleine gestellt ist.

Bisher gab es nur positives Feedback. Ich würde mir aber gerne auch Meinungen und Erfahrungen von weiteren Personen einholen, die eine solche Tour schon gemacht haben...

MfG

Christian
Re: Westgrönlandexpedition
07. Oktober 2009 22:02
Ist kein größerer Kraftakt als mit Boot über den Teich nach Canada, Alaska, USA, etc. zu fliegen. Eventuell sogar einfacher.
Nur daß Du keine Last-Minute-Tickets bekommst. Und nicht überall mit ner Kreditkarte klarkommst (ich hatte da mal so einen kuriosen Fall in Qaanaaq erlebt.... da hatte einer dann einen Schattenmann hinter sich... wenn man ne Bootstour bucht und dann nicht cash bezahlt...nee lassen wir das...)

Boote mit in den Flieger nehmen, haben auch schon Leute gemacht, ist aber teuer, es sei denn man hat irgendwie Glück.
Boote mit Royal Arctic zu verschiffen ist der klassische Weg - es empfiehlt sich aber sie selbst in Aalborg im Hafen anzuliefern. Speditionen schlagen für den Transport Dänemark-Deutschland heftig zu. Boot in Grönland verkaufen, um Fracht zu sparen, lohnt nicht wirklich, Rücktour ist viel billiger )
Faltboote wurden auch schon per Post verschickt, dumm nur wenn die Hälfte der Teile nicht rechtzeitig ankommt. Aber post geht meist auch per Flieger und ist viel billiger als Luftfracht.

Futter kann man in Grönland mittlerweile auch in jedem größeren Ort in recht großen Supermärkten kaufen, ist erstaunlich gut sortiert. Allerdings ist es empfehlenswert, mit den Booten schon seine Lieblingsspeisen mitzunehmen, sehr Leichtgewicht-Outdoor-gerecht sind die Supermärkte nicht bestückt. Grönland ist nicht EU, manches ist mit weniger Steuer & Zoll belegt. Andererseits sind Transportkosten hoch und ohne Konkurrenz bestimmt Royal Arctic die Preise...

Ach ja...wenn Festboot, dann eher PE-Boote mitnehmen, die überstehen den Schiffstransport besser. Viele GFK-Boote sind in Grönland mit beschädigungen an die Eigner ausgeliefert worden... Man geht mit den Dingern sehr robust um, manchmal liegen die viele tage auf dem Kai und Kinder spielen mit den Booten rum, ein Gabelstapler kracht rein etc.

Touren in Grönland können desaströs enden - siehe "Nur Eisberge – einzigartig" und 33 Tage nur Eisberge und Spaghetti.
Wie empfehlenswert es dann ist vorher seine Absicht im Internet breitzutreten, sei dahingestellt - nachher über eine gelungene Tour zu Berichten ist risikoloser, aber aus dem Abenteuer ohne Boot läßt sich sicher ne bessere Story machen ... wenn es so wie da noch mal gutgegangen ist.

Noch ein Tip: Freya hat als PLB (personal locator bacon) ein Spot-System mit. Ist ne attraktive Sache, da man immer seine position an die Verwandtschaft senden kann. Funktioniert aber in Grönland nicht, da das System mit Satelliten arbeitet, die den Grönländischen Bereich nicht abdecken. Bleiben aslo nur viel teurere Systeme übrig, will man für dumme Fälle gerüstet sein. Allen Unkenrufen zum trotz haben die 406MHz-PLB's schon einigen in der arktis aus argen Kalamintäten gerettet, die Zeit, bis Rettung nahte, war in den 3 Fällen, die ich direkt kenne, erstaunlich kurz (von etwas mehr als ner Stunde, bis der Hubi in Spitzbergen kam, bis zu 6 Stunden, das ein Bergsteiger mit Herzklabaster aus den Bergen im Inlandeis zwischen Ammassalik und Scoresby Sund gerettet wurde.

Ubrigens: in Westgrönland werden mittlerweile viele organisierte Kajaktouren veranstaltet und auch Kajaks an Touristen verliehen. Es ist also keine Expedition mehr - sondern schlicht Kanutourismus. Nix, um wirklich noch Eindruck zu schinden. Wohl aber ein Erlebnis für einen selbst mit einem hohen Erkrankungsfaktor: Unheilbares Polarfieber packt die meisten und verläßt sie bis zum Lebensende nicht mehr.

und da kann man einiges rausnehmen: http://www.visitgreenland.de/

Wolfgang
[www.kvu-bremerhaven.de]
Re: Westgrönlandexpedition
08. Oktober 2009 11:29
Hei Christian,

war erst zwei mal mit dem Boot da, einmal im Westen (von Sisimiut bis zum Ende der Diskobucht) mit dem Faltboot, einmal im Osten (Tasilaq) mit dem Faltboot und mit Kumpel mit GFK-Festboot. Versand im ersten Fall per Luftfracht, war teuer, aber unvermeidlich. Auf dem Rückflug konnte ich die Bootshaut mit in den Flieger nehmen und mußte nur das Gestänge zurückschicken, was aber immer noch recht teuer war (ist aber egal, Grönland ist es wert!!!).

Im zweiten Fall hatte mein Begleiter mit seinem GFK-Boot die logistische Sache gelöst, die ohne sein sperriges Boor ja auch nicht nötig gewesen wäre. Er hat eine demontierbare Kiste gebaut, in die das Boot reinpaßte (also ca. 550 cm lang), ist im Frühsomme mit dem Kladderadatsch nach Aalborg zum Hafen gefahren, hat dort die Kiste aufgebaut, beladen und aufgegeben. Die Kiste enthielt neben den beiden Booten auch schon einen Großteil unserer Ausrüstung, sowie Proviant und Kocherbenzin. Bei der Ankunft haben wir die Kiste ausgelöst und allen Kram, den wir nicht brauchten, drinnen gelassen (in Müllsäcken), die Kiste verschraubt und im Hafen stehen gelassen. Nach der Fahrt kam alles wieder in die Kiste rein, die dann im Oktober wieder in Dänemark eintraf. Dort mußte sie von uns wieder abgeholt werden. Verschickt man ein Festboot, hat man eindeutig mehr logistischen Aufwand, kann allerdings auch Vorteile nutzen.

Wohin in Grönland soll denn die Reise gehen?

Viele Grüße

Philipp
Re: Westgrönlandexpedition
08. Oktober 2009 13:03
Moin,

wir waren nun auch schon 2 mal in Grönland. Zwar in Ostgrönland, aber vom logistischen Aufwand ist es, so denke ich, ähnlich.
Wir haben 4 Postpakete a 32 € vorrausgeschickt.
Zu unserer Zufriedenheit war dann nach 3,5 Wochen auch alles da.
Freudig nahm ich nach unserer Ankunft die Pakete in Empfang. Ein ungutes Gefühl beschlich mich, klaffte doch in einem der
Pakete ein riesig großes Loch.
Aber was soll ich sagen, statt dass etwas verloren ging, packte die, ich nehme mal an dänische Post, etwas hinein.
Und zwar 500 Portionen Kaffee und dazu passend 500 Portionen Zucker. Jeweils in diesen Papierröllchen.
Nun frage ich mich; woher wußten die dass ich meinen Kaffee süß trinke? winking smiley

Zurück war es postmäßig einfacher. Wir brauchten nur 2 Pakete losschicken. (bis 50 kg per Schiffsfracht)
Hat zwar ewig gedauert aber kam an.

vg André

[umiaq.de]
Olm
Re: Westgrönlandexpedition
08. Oktober 2009 22:21
Moin Christian!

Es ist tatsächlich so, Grönland macht süchtig. Es war für mich die eindrucksvollste Urlaubsreise, die ich bisher erlebt hatte. Im Büro meiner Frau hängt immer noch ein Foto - Eisberg mit Windfenster, sich im Wasser spiegeln. Erinnerung und Aufforderung für mich - schwer zu sagen, was überwiegt. Nun liegen vor mir die Karten von Upernavik und Tasiussaq. Wäre liebend gern noch bis an den Kartenrand gepaddelt. Einer fotogeneren Landschaft bin ich nie wieder begegnet.
Agpaligsiorfik mit Eskimoruine - welcher Tourist war da schon mal? Dem was Wolfgang schrieb, kurz und sehr informativ, muss ich nichts hinzufügen.
Hoffe, dass Eckehard noch nicht auf Grönland war.smiling smiley O.
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 00:41
Moin,
was sollte ich in Grönland, wenn das Paradies vor der Haustür ist?
Besser ich kenne wenig, und das gründlich, als sehr viel, und alles oberflächlich.

Ich hatte reichlichst Gröndlandfahrer unter meinen Kursteilnehmern, da konnte ich nichts erkennen, was ich dort gewinnen wollte. Der fiesen hohe Luftfeuchtigkeit eines doch an sich warmen nordfriesischen Winterpaddelwochenendes hat sich keiner jemals zweimal ausgesetzt, alle wollten nur trockene Kälte.

Über Landschaftsschönheit lässt sich nicht streiten, das ist ein sehr individuelles Gefühl.
Wer die Weite, die Leere, die Ruhe, die Abgeschiedenheit, die Majestät einer Urlandschaft kennt und liebt, kann sie in der Namib oder Kalahari oder Atacama ebenso finden wie in Grönland, und sicher auch anderswo.

Nach den vielen Grönlandpixelsaucenüberschwemmungen habe ich gar keinen Zweifel, wie schön es dort ist, man sieht die Projektion dessen, was man hineinprojiziert, endlich hat der Massenmensch Platz und Zeit und Leere für sich.
Da alle dasselbe (mehr oder weniger) texten, ist es abgemacht: so ist es.

Nach Professor Kalisch (Münster) geht es den Menschen schon immer so. Zwar, so schreibt er, gab es weder Moses noch Jesus, noch Mohammed, das sind alles notwendige Projektionen für uns Menschen, aber alle glauben, er selber ebenfalls. Ja dann, seis so- oder auch gar nicht, ich bleib bei meinen Vorurteilen, da helfen keine Argumente. (Wer weiß, woher ich hier zitiere?)

Nun, bin müde, die Buschmänner haben ihre Todilo Hills, manche Paddler eben Grönland, andere glauben an ihren D J, ich an den Bettzipfel.

Buenas Noches
E.

Mich düst so manches an, was andere toll finden: z.B. langweilen mich endlose Nadelwald-bewachsene Ufer Skandinaviens schlicht zu Tode. Ist da kein Gebirge in Sichtweite, wie auf den Lofoten, interessiert mich so eine steinige grüne endlose Wüstenei kein bischen.
Andere mögen das lieben, und fahren da so oft hin, bis ihnen endlich ein wunderschöner silbriger Ljutaga gegen die Stirn rauscht. Bitte schön why not, jedem Tierli sein Plaisierli.

Andere bezelten das Deck der Fähre ab Juneau, um sich einzureihen in die lange Caravane der Glacier Bay Fahrer, da solls demnächst Platzkarten geben für die Leser einschlägiger Outdoor- und Seakayak-Magazine.
Ist nicht anders wie die Kette der Bergsteiger zum Gipfel des Montblanc für den DAV-Bergsteiger.
Herdentiere bilden Herden, das bewirkt das Gefühl von Geborgenheit, selbst wenn man sich auf der Standardroute durch Auslösen von Steinschlag nicht so selten gegenseitig erschlägt.
Dann kommen eines Tages auch Natur-Retter, die einen alpinen Gipfel wieder von tonnenweisen tiefgefrorenen Kot befreien, es wird die Pflicht zum Runtertragen des Goldsackes mit Exkrementen eingeführt, das überwachen Nationalpark-Guides, da gibts dann auch Helis, und endlich ist die wilde Natur geregelt.

Wo eine sommerliche Charterflugkette hin organisiert ist, ist zwar keine Einsamkeit, ist kein großes Abenteuer, aber da man sich dort gegenseitig bestätigt, wie toll das ist, glaubt das auch jeder. Ist ja auch so "beautiful, to meet the friends in the next supermarket adjacent to the runway".

Danke ob der Geheimtips, sie sind es nie gewesen, wer Neuland will, muss schon mitkommen und in die Unterwelt hinabkriechen, sehr mühsam, oft eng, aber da warten noch wirklich laufend neue Ziele, Speleologie ist aber Schlepperei und Quälerei, wenn es um Erschliessungen geht, da findet man schwer Mittäter, saudreckig wird man auch noch, und sollte man was Gutes finden, und das nicht geheimhalten, wirds sofort gesperrt.
Da will ich mich aber nicht beschweren, ich war als einer von zwei Deutschen mit in einer Höhlenbegehung dabei, die seid der Entdeckung nun nur noch einmal jährlich und immer nur von einer kleinen Gruppe gegangen wird. 24 Leute kennen die Höhle, und hätten wir nicht die anderen entscheidenden auch schon begangen, hätten pünktlich am Wintermoirgen nicht am richtigen Tage dort gestanden, wären wir heute noch ohne den Eindruck dieses Edelsteinparadieses. "Begehung" ist nicht so wörtlich zu nehmen, ich kann da nur halb einatmen, der Schluf, den man, den Helm vor sich herschiebend, die Füße quergestellt, wegen der Reibung nur extrem mühevoll durchkriecht, (samt der darin befindlichen 10 cm tiefen Pfützen, bei 8°C, ohne das man im nassen Baumwollzeug unterm Schlaz friert, weils echt warmmacht vor Power), ist auf einer Seillänge (ca 40m) gerade mal 21 cm hoch. Dahinter kommen Hallen mit Orgelpfeifen, da passen mehrere Köllner Dome rein, und die Nebenabzweigungen werden immer noch weiter erforscht, was inzwischen aber fast in Kinderarbeit ausartet, so eng wirds da. Hat den Vorteil, dass ich meine Entlüftungsschraube vom Peli-Case auf dem Rückzug zwangsweise wiederfindet.

Noch andere meinen, das Zentrum der Paddlerwelt seien die Bahamas, die Baja California, Spitzbergen, Canada, Island etc. und fliegen da überall hin.
Ja, ist auch sicherlich sehr schön dort, sei doch jedem gegönnt, wenn er das Geld hat, tonnenweise Kerosin verbrennen zulassen, das ist auch nicht schlimmer, als mein Diesel.
Komisch nur, wenn solche Paddler nach so vielen weltweiten Urlauben dann noch mal Stützen und Rollen erlernen wollen und bei Gegenwind von mehr als 5 Bft. und Gegenstrom von mehr als drei Knoten auf der Stelle verbleiben, viele schaffen auch nur noch weniger. Das ist letztlich auch völlig o.k.; denn Naturgenuss hat nicht unbedingt was mit Speed zu tun, Geschwindigkeit ist sogar eher hinderlich, wenn man genießen und fotografieren will.

Ich bin gaanz mickrig klein, es genügt mir restlos, als erster Paddler eine neue trockenbleibende Sandbank erobert zu haben, und dort außerhalb von Schutzzone Eins neben den Robben gedöst zu haben. Andere brauchen ein Wohnzelt, Tisch und Stühle.
Im übrigen muss ich schon lächeln, wenn ich wiederholt etliche Expeditionspaddler treffe, die sich auf ihr Abenteuer vorbereiten. Es handelt sich um einen ganz normalen Ferntourismus, klingt nur exotisch, damit kann man vielleicht Eindruck schinden, fragt sich nur bei welcher Sorte Paddler.
Aber was soll das, ein Ranking für Paddelziele? Sehr fragwürdig. Die Welt ist doch fast überall schön, wenn man nur erst einige Stunden von Strassen, Siedlungen etc. entfernt ist.
Tschüss
Eckehard
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 05:52
thumbs up


ich entdecke nach jedem hochwasser die flüsse dort neu, wo sie noch nicht kanalisert sind. altarme. wo man plötzlich reinfindet, ...
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 11:19
Die Straße gleitet fort und fort
Weg von der Tür, wo sie begann
Zur Fremde hin, zum fremden Ort
Ihr folge denn, wer wandern kann
Und einem neuen ZIel sich weihn.
Zu guter Letzt auf müdem Schuh
Kehr ich zur hellen Lampe ein
Im warmen Haus zur Abendruh



J. R. R. Tolkien


Gruß
Bernd
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 11:24
Moin,

Zitat
Eckehard
was sollte ich in Grönland, wenn das Paradies vor der Haustür ist?

Na toll, das ist ja genau das was Chris wissen wollte. Gibt es hier keinen OT Button? Manch einer hört sich halt gerne sprechen.

Paddeln vor der Haustür kann ich theoretisch an 335 Tagen im Jahr.
Aber meine Träume, Sehnsüchte und Fernwehs ausleben will ich auch. Dafür geh ich arbeiten und verdiene so meinen Urlaub.
Unser Planet ist zu klein, mein Leben zu kurz, um nur vor der Haustüre rumzumachen. Wenn das dem Eckehard genügt, bitte.



vg André

Eine, ich gebe zu, kleine Wiedergutmachung: Atmosfair
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 13:21
Hallo Christian,

kannst ja mal auf die Seite der Salzwasserunion gehen, da gibt es einen Ansprechpartner für Grönland. Kenne ich auch noch eine andere "SAU", die da schon mal war, tollen Vortrag dazu gesehen.

und @ Eckehard immer wieder herzerfrischend deine "Romane" dieser spricht mir wieder aus der Seele. Bin auch viel gereist, meinte auch Träume, Sehnsüchte zu stillen, aber was bleibt ist, na gut man war da, aber das war es denn auch, könnte noch nicht einmal sagen wo es denn nun am schönsten war.

Überhaupt sieht vieles eh immer gleich aus, ob ich nun in der Mecklenburgischen Seenplatte paddle oder bei mir vor der Haustür. Es geht wohl eher darum mal irgendwo anders gewesen zu sein, für viele nach dem Motto, mein Haus, mein Boot, meine Reisen ....

Übrigens gibt es genug, die müssen nicht dafür arbeiten, haben genug Geld und Reisen trotzdem nicht, so unterschiedlich sind die Geschmäcker.

Patagonien ist auch ganz toll, insbesondere wenn so ein Monsterstück von Eisfelsen abbricht, dann kann man sich dort gleich beerdigen lassen. Geht natürlich auch in Grönland so, nur um die Schönheiten etwas zu relativieren.

Gruß Burkhard
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 13:56
Hallo Chis!

Wir (meine Frau und ich) waren heuer im Sommer (Mitte Juli bis Anfang August 2009) mit dem Kajak in Westgrönland unterwegs. Da wir nur 3 Wochen Zeit hatten haben wir uns für folgende Route entschieden:

1. Flug mit Air Greenland von Kopenhagen nach Kangerlussuaq; weiter mit dem Kayak von Kangerlussuaq zuerst den Sondre Stromfjord entlang; dann hinübertragen zum Itileq Ffjord und weiter bis Itileq - Dauer 7 Tage; Versorgung nur in Kangerlussuaq und dann wieder in Itileq; Gezeiten beachten; Sicherheit: Iridium Satellitentelefon (Miete von Tele Greenland ab Kangerlussuaq); Super für Tierbeobachtungen (Moschusochen, Rentiere, Polarfüchse,...); Trinkwasser überall zu finden; Zeltmöglichkeiten in jeder Bucht

2. In Itileq vereinbarter Treffpunkt mit einem Fischer/Outfitter (Marius Ohlsen - wir kannten ihn vom Winter): Von dort mit einem 8m Fischerboot über Sisimiut der Küste entlang bis Illulisat - (8 Tage); Immer nur einen halben Tag fahren den Rest paddeln, Lachs/Dorsch fischen, wandern; WALE !!!!!
Kosten ca. EUR 4.500,- für zwei Person all inklusive; Übernachtung im Zelt

3. Eine Woche in und rund um Illulisat: Eisberge hautnah!!! Dann mit dem Flieger retour.

Aus logistischen Gründen haben wir uns für ein Faltboot entschieden (2er Triton Ladoga advsmiling smiley - nur 27kg also kein Problem im Flieger.

Wetter: arktisches Sommerhoch - nur gelegentlich Küstennebel; Wind: Nacht und Vormittag windstill, ab mittags auffrischend bis Bft 6; Welle: max. 1m

Wenn du Detailinfos (email Adressen etc.) brauchst melde dich!

Für uns war es ein SUPERTOLLES Abenteuer!

LG Herwig
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 16:06
Hallo Herwig,

nimmt Air Greenland denn das Boot als Sportgepäck mit? Ich hatte mal auf deren Webseite geguckt, von Sportgepäck war keine Rede, nur von 5€/kg Übergepäck. 27x5 sind dann eben doch noch ne Menge. Ich nehme mal an, der Flug hat fast 2/3 vom totalen Preis gekostet? Habe damals versucht ein Flug im Sommer zu kriegen, ging nicht unter 1500€ pro Nase.....

Gruß

Jan
Re: Westgrönlandexpedition
10. Oktober 2009 21:51
Hallo zusammen,

vielen Dank an alle für die zahlreichen Einblicke! smiling smiley

Wann und wohin die Reise genau gehen soll steht noch nicht fest. Ein möglicher Zeitpunkt wäre der August 2010, vielleicht startet das Abenteuer aber erst irgendwann später.

@ Eckehardt. Wenn ich könnte, würde ich Dir den Award "Michel Friedman des Paddelsports" verleihen! winking smiley
Re: Westgrönlandexpedition
11. Oktober 2009 09:22
Hallo Jan,

wir haben im Mai gebucht und ca. EUR 650,- pP gezahlt.

Das Boot geht ganz normal als Reisegepäck. Der Zweier hat ingesamt 27 kg - bei 2 x 20 kg Freigepäck plus Handgepäck bleibt genug Spielraum - und sie waren recht großzügig beim Wiegen!

Der Preis versteht sich ohne die Flugkosten!

LG Herwig
Olm
Re: Westgrönlandexpedition
11. Oktober 2009 12:32
Hallo Chris!

Ein möglicher Zeitpunkt wäre der August 2010, vielleicht startet das Abenteuer aber erst irgendwann später.

Wir hatten im Juli schon Neueis (Meereis) im inneren Bereich und verließen schnellstens die Gegend. Um nur die äußeren Schären zu fahren, braucht man nicht nach Grönland. Da genügen die schwedischen Westschären oder die Schärengärten Norwegens.
Grönland wird doch erst zum Erlebnis, wenn man vorbei an abschmelzenden Eisbergen sich zwischen Wasserfällen und steilen Vogelfelsen seinen Weg suchen muss. Aber bitte nur bei Ebbe, wenn die Eisberge gestrandet sind und nicht mehr rollen können.

Ansonsten gibt es auf Grönland keine Monotonie der Fichtenwälder, die E. nicht ausstehen kann. Die Wälder werden gerade mal 20 cm hoch. Wenn Eckehard also schon mal vor den Lofoten mit dem Dampfer unterwegs war - hatte ich vor wenigen Tagen hier im Forum mal gelesen - sehe ich aus meiner Sicht keinen Grund,dass er nicht auch mal mit seinen tollen, hochseetauglichen Mädel - die von Hooge und Gröde - nicht auch mal mit ARD oder ARTE nach Grönland fliegen könnte. Vermute eher, dass er mit Eisbären nicht kuscheln möchte, rollende Eisberge nicht ausstehen kann und Fußabdrücke im Gras, im Gegensatz zu auf trockengefallenen Sandbänken nicht deutlich zu sehen sind.

@ Eckehardt. Wenn ich könnte, würde ich Dir den Award "Michel Friedman des Paddelsports" verleihen! winking smiley Bitte nicht! Aber Ansprechpartner für die Kieler Förde oder die Nordfriesischen Inseln darf er gerne werden - mehr aber auch bitte nicht.
Mal ehrlich - ich schätze ihn als erfahrenen Seekajaker. Nur, seine penetrante Angeberei wird mir langsam zu monoton - man ahnt in seinem Schrieb schon immer was kommen wird. Nun war er doch als einer von zwei Deutschen bei einer Höhlenbegehung mit dabei, die scheinbar - Erstbegehung nicht ganz klar - danach nun nur noch für einen kleinen Besucherkreis zugängig ist. Wieso fragt man mich als Bewohner nicht.Die Olme haben dort schon immer gehaust und wollen nicht gestört werden.hot smiley

Wünsche allen einen sonnigen Nachmittag! O.
Re: Westgrönlandexpedition
12. Oktober 2009 00:24
Moin Olm,
die angesprochene Höhle ist jetzt samt dem drüberliegenden Acker vom Höhlenclub gekauft worden. Sie wurde von einem Kind beim Anschnitt durch einen Strassenbau entdeckt und dann von einem lange gesuchten senkrechten Schacht, den man nur mit engstem Körperkontakt anstrengend begehen kann, erschlossen.
Vielleicht hast du mal als Kind ein Märchen von Schätzen der Zwergenkönige kennengelernt. Schon früher waren immer einige Menschen in Höhlen gelangt, manchmal auch nur unfeiwillig, z.B. durch Sturz, da müssen einige manche Schätze erblickt und in Märchen eingearbeitet haben.
Die darin enthaltenen Höhlenmineralien haben einen enormen Wert. Sie übersteigen den Wert dessen, was du auf den Mineralientagen sehen kannst, um Potenzen und müssen daher geschützt werden. Daher ist der Schacht sehr speziell verschweisst, wird Videoüberwacht, ist alarmgesichert, und nahebei wohnt der Höhlenwart. Die Mineralien sind zum Teil sehr selten, zum Teil sind sie sogar einzigartig. Es bilden sich übrigens laufend neue Mineralien, weltweit. Sie sind dort in Bildung begriffen. Dünne Schichten schwimmen auf dem Wasser und werden sich erst in sehr sehr ferner Zeit verfestigt haben. Wir sprechen hier z.T. von Zeitabschnitten, die Zehntausende Jahre umfassen können.
Menschliche Atemluft, ja schon allein Zug, ist ein potentieller Störfaktor. Karbidstirnlampen, sowieso seit den Power LED´s der Klasse II überflüssig, sind verboten. Nur bestimmte festgelegte Wege dürfen begangen werden. Es darf nur geflüstert werden, Fotos sind nur sehr bedingt in Ausnahmefällen gestattet. Man darf natürlich nichts berühren.
Die Atmosphäre einer Begehung ist unbeschreiblich. Man trifft sich an einem einzigen bestimmten Wintertag pro Jahr, nur ausgesuchte Clubmitglieder, alles andere ist unmöglich, nicht mal der Staatspräsident oder ein Pressevertreter dürfen rein. Uns wurde dadurch eine Ausnahme genehmigt, weil wir etliche selten begangene oder neu entdeckte Spezialhöhlen begangen hatten, die Französische Speleologen nicht kannten, und die sie nur vom Hörensagen her einordnen konnten. Das war unser Schlüssel, wobei auch die weite Anreise über 1400km im Winter und das pünktliche Erscheinen in qualifizierter und sehr abgetragener Spezialausrüstung trotz Nebel und Glatteis Eindruck gemacht hatte.
Der Winter verrät die Höhlen. Unten ist es ca 8°C warm , bis zu 10° sind möglich, je nach Höhle. Da steigt in kalter Winternacht bei Vollmond die Warmluft der Höhlen durch Ritzen auf.
Es ist lebensgefährlich, dann dort zu gehen. Man muss ja durch unwegsamstes Gelände stiefeln, schwer bepackt, und kommt erst am Morgen wieder raus. Da erblickt man dann das Problem, wenn man nicht schon vorher durch den Lärm gewarnt wurde: es ist auch die Zeit der Treibjagden...
Die Höhlenclubs konkurrieren untereinander, zumeist im positiven Sinne.
Es geht um präzise Vermessungen und um die korrekte Beschreibung aller darin vorkommenden Mineralien und Sinterformen etc.

Einmal entdeckten wir nahe dem Pont d`Àrc eine neue vermutlich große neue Höhle.(merkt man am Zug). Wir waren aber schon total abgeschlafft und nicht mehr fähig, ca 20 t Geröll wegzugraben. Das haben dann die Franzosen gemacht: die sagenhafte Entdeckung ist weltberühmt und ganzjährig gesperrt und überwacht, nachdem sie wissenschaftlich sorgfältigst ausgewertet wurde. Das ist die Grotte Chauvet. Die herrlichen riesigen Wandbilder suchen ihresgleichen, selbst der Bildband dazu versetzt den Laien in Erstaunen und grenzenlose Bewunderung.
Öffentlich zugängliche Höhlen sind völlig uninteressant. Es zählen nagelneu entdeckte, noch unverfälschte Höhlen, und nur bestimmte werden beschrieben und auch anderen Höhlenforschern der Zugang ermöglicht.
Dazu kommt im ca. zehnjährigen Abstand ein neuer Führer heraus, mit knappen Schemaskizzen, denn laufend werden Höhlen entdeckt, das ist eine noch ziemlich unbekannte Welt im Untergrund. Die meisten Höhlen sind nicht so groß, (eine untergräbt fast die Schweiz, eine unterhöhlt fast die Pyrenäen, die großen sind in den USA ) und es kommt oft vor, dass selbst ganz tiefe Höhlen (bis -3000 m und mehr) weniger lohnenswerten Inhalt haben als Höhlen, deren Grund nach drei- fünfmaligen Umsteigen von einem Seil zum anderen erreicht.
Es gibt viele Höhlenformen, auch reine Kriechganghöhlen. Manche sind lediglich tiefere Stockwerke unter weiter oben vielbegangenen Schauhöhlen, und unterhalb der von Höhlenforschern begangenen Höhlenteile fließt noch tiefer der Fluss, der sie schuf.
Ich habe für bestimmte Höhlen keine Beschreibung. Obwohl ich mehrfach drin war und auch Gäste, die sehr gut klettern konnten und zur Plackerei bereit waren, mitgenommen, (man benötigt willige Sklaven zum Materialtransport) habe ich keinerlei Kartenvermerk gemacht, das ist verpönt, weil es in falsche Hände geraten könnte. Ich muss den engen kaninchenlochartigen dreckigen und extrem abschüssigen Zugang jedes Mal neu suchen, natürlich nur nachts und wenn niemand unterwegs ist. Kein Fremder darf hinein, die Verlockung, Konkretionen abzuschlagen und mitzunehmen, sind groß, denn davon kann man Häuser kaufen.
Im Gegensatz zu den wirklich großen und bekannten Sportspeleologenhöhlen wie im Vercors gibt es für neue Höhlen natürlich keinen Rettungsdienst, dann wären sie nicht mehr geheim. Wer abstürzt, sich in Spalten verklemmt, dort verblutet oder unterkühlt, wird in einer Folgebegehung mit einem Fäßchen mitgebrachtem Zements, vermischt mit dem vorgefundenen Staub, einzementiert. (Ein Kumpel hat für ein Opfer diesen Dienst erbracht, fuhr extra dazu nach Südfrankreich. Er befand es als zu makaber, dass dorthin zwecks Leichengruselshow nun vermehrt Höhlengänger kamen.)
Aber das ist eine neue, uralte Welt, nur wenigen zugänglich, die harte Strapazen auf sich nehmen, alle Ausrüstungen viele Seillängen abseilen und auch wieder hochbringen, da kann man am Ende aus Kraftmangel kaum noch wieder rauskommen. Es gibt stets mehrere Etagen der Höhlen, unzählige Verzweigungen, ein Käse ohnegleichen. Unterirdische Flüsse enthalten manchmal Autowracks, man kann prima ersaufen, und es ist schon sehr speziell, sich in einer halben Stunde auf eine ganz bestimmte Weise wieder selber neu zu gebären, indem man rausfindet, wie man welche Schulter wo positionieren muss und wohin man den Kopf drehen muss und wie man die Beine verdreht, um durch eine Engstelle zu gelangen.
Beim Aufsteigen oder Abfahren am Seil brennt man mitunter selbiges durch die offene Karbidflamme an, stets muss man mehrere Spits setzen, an denen man mehrere Seilschlaufen befestigt, die dann das Statikseil verankern. Die Einseiltechnik ist normal, nach einem Unfall hatte ich mal kurz die Zweiseiltechnik erzwungen, aber das war total unpraktisch, der Materialtransport uferte aus.
Inzwischen schläft die Höhlenausrüstung, es mangelt an willigen Helfern, und die letzten Touren haben ich mit Schülern unternommen, getreu dem Motto, man muss dem Tod auch eine Chance geben. Das ist aber nicht wirklich ok, das darf man nicht riskieren, sonst liest man davon auf der letzten Seite der Zeitung, kann es entweder nur hinter Gitter lesen oder aber gar nicht mehr, weil man selber mit verunfallte.
Natürlich ist die Anfahrt nach Südfrankreich wesentlich gefährlicher als das Wildwasserfahren, Klettern oder Höhlengehen dort.

So, ich denke, du bist Olm, aber eben kein Grottenolm, sei froh über das, was du da unten dir ersparst, es ist sauanstrengend und supereng, und schwärzer als die Nacht. Merkwürdig ist der Zeitbezugsverlust dort unten. Nach 18 Stunden denkt man, es seien knapp halb so viele vergangen.
Tschüss E.
Re: Westgrönlandexpedition
12. Oktober 2009 20:50
Oh mannnnnnnn,
Eckehard - das Thema war hier Grönland und nicht wie schreib ich am längsten daneben.
Thema verfehlt, setzen, sechs.
Oh PISA.

2 schöne reports zum Thema Grönland + Paddeln zufällig gerade gefunden:
http://www.stratalink.com/stratavarious/groenlmain.htm
http://www.legendaryex.com/documents/adv-kay-summer06.pdf

Olms Meereis-Erlebnis ist - vermute ich - ein Ausreißer. normalerweise ist Westgrönland relativ lange eisfrei, d.h. zur besten Sommernachtszeit im Juno ist auch vor Uummannaq alles offen und bleibt es bis weit in den Herbst. Wenn was dicht ist, dann wegen Eis von Gletscherabbrüchen, das sind besonders im Kangerdlugssuaq Fjord und im Rinksfjord (uummannaq Region) schon literarisch bekannt.

Weiter oben kann es dagegen im Juni und Juli noch dicht sein, 1998 kamen unsere Boot in Qaanaaq nur mit Hilfe eines Eisbrechers an, und das eigentliche Frachtschiff hatte sich angeblich den Bug im Eis der Melville Bucht verbeult.

Für Ostgrönland empfahl sich früher mehr der August, oder frühestens Mitte Juli Fahrtbeginn, vorher war vieles noch mit Eis zu, besonders die Fjordmündungen. (Scoresby Sund, Mesters Vig, Clavering Ö ...). Zum Teil ist das aber wegen globaler Erwärmung auch als Info hinfällig.

Bzgl Ost oder West ist immerhin zu überlegen, wo eventuell die Anfahrt letztendlich billiger sein wird. Da Ostgrönland über Island aus angeflogen wird, könnten sich da Vorteile ergeben - früher war das so.

Zu guter Letzt: Heute ist Flüge Buchen über's Internet ja sehr beliebt und man meint, daß dort die Schnäppchen liegen.
Allerdings: Grönland ist nicht ein Last-Minute oder Billigziel. Zwar machen sich die Grölnänder und die SAS von Europa aus bisweilen etwas Konkurrenz, aber nicht wirklich.
Aber:
Arktisreiseveranstalter wie z.B. Nordwind haben oft Flüge in großen Paketen bei den wenigen Fluggesellschaften eingekauft, die Grönland bedienen. Sie haben u.U. doch bessere Preise. Und nicht auf Katalogpreise verlassen, Anfrage, besonders wenn man im Paket bucht, kann vielleicht noch bessere Preise bringen. Zumindest bei meiner letzten Tour war das der Fall...(wobei Nordwind ist nur als beispiel zu verstehen, es gibt noch andere. Z.B. ist besonders für den Osten Nonni Travel in Akureyri/Island - sie haben z.B. einen eigenen Service für unabhängige Expeditionen. Früher hat Peter Fabel "Nonni Travel Deutschland" gemacht, seine Reisereportagentätigkeit scheint aber diese Aktivität verdrängt zu haben, wie es mir erscheint, er ist nicht mehr bei Nonni gelistet.

Ach ja: um sich "Lust auf Grönland" anzugucken reicht Google maps und man findet dort durchaus auch Paddlerfotos in ganz besonderen Ecken - es lohnt sich da mal durchzuklicken.

Wolfgang
[www.kvu-bremerhaven.de]
Olm
Re: Westgrönlandexpedition
12. Oktober 2009 22:00
Moin!

Nun, die Situation war einfach so. Sechs Seemeilen vor dem Giesecke Brae er N 73° 22' W 55° 35' bildete sich, bedingt durch die zunehmend dichter werdende Wolkendecke, im offenen Wasser eine Eisschicht. Das ist nicht so angenehm, wenn man mit dem Faltboot unterwegs ist. Weiter südlich ab Disko halte ich das auch für eher unwahrscheinlich. Vertraut Wolfgang - der kennt sich dort besser aus.
O.

Wer kann denn hier im Forum noch ein paar schöne Fotos zeigen - möglichst mit viel Seenebel zwischen den Eisbergen.
Würde mich riesig darüber freuen!
Re: Westgrönlandexpedition
12. Oktober 2009 22:44
Moin,

wir überlegen das nächste Mal auch direkt von Keflavik aus zu fliegen.
Dann nach Ilulissat. Flüge kann man sich hier angucken.

Ob das im nächsten Jahr sein wird, wissen wir noch nicht genau.

ein Nebelbild vom Sermilikfjord winking smiley
Re: Westgrönlandexpedition
13. Oktober 2009 00:13
Moin Wolfgang,
hast ja absolut Recht, Höhlenerlebnisse gehören hier absolut nicht her, dies ist das Forum der Grönlandentdecker, die die Charterflüge füllen und dann von Expedition sprechen, auch wenn das ein absolut gängiges Touristikziel ist - sonst wären die Chartersitze nämlich leer.
Es ist unentschuldbar, dass ich von echten Neuentdeckungen berichtet habe, dazu noch unter Tage und mitten in Europa, das hat rein gar nichts exotisches, es ist schlicht off-topic.
Hat hier auch gar keinen Wert für eventuelle Leser, weil man das nicht buchen kann, weils zu gefährlich ist und auch nicht publiziert wird; und nebenbei auch noch Kletter- und Speleo-Techniken Grundvoraussetzungen sind.
Ich hätte das an Olm als PN schicken müssen,
nee, wäre aber auch Unsinn, denn durch einen engen Spalt passt er auch dann nicht, wenn er ausatmet.
Nun hast du mich gut korrigiert, setzen, sechs hast du gesagt, das off-topic stimmt unweigerlich, da beißt die Maus keinen Faden ab.
Jawohl Herr Oberlehrer, ich setze mich.
Dann schaue ich mir die schönen Grönland-Bilder an und träume.
Schön ist es ja wirklich.
Hier gabs öfter mal Grönland-Wochen der Dänischen Gesellschaft, samt langem Filmwochenende im Kommunalen Kino, Vorträge, auch im Nautischen Verein, mit den uralten und immer noch fitten Forschern und Soldaten, die da im WW II arbeiteten. Ein Fernsehregisseur, der dort 11 Jahre immer wieder gedreht hatte, zeigte einen langen Film, aber ich erinnere mich natürlich auch sehr wohl an die Kritik an dem, was sich Europäer dort geleistet haben.
Auch im HDK gabs sehr schöne Abende, und das inmitten der herrlichen Skin-on-frame Boote von Rudi, da sah ich Dutzende.
Ich verstehe vollauf, wenn einer vom Grönland-Virus befallen ist. Als einziges hat mich die Tendenz zur Vergötterung von Abenteuern gestört, die nun echt "Touristik" sind, wenn auch exotischer Art, aufwändig und nicht ganz billig.
Die ersten Grönlandfahrer auch aus Schleswig-Holstein (es gibt natürlich um Potenzen höhere Menge an Grönlandfahrern als an Helgolandfahrern) hatten es noch wesentlich schwerer.
Heute bieten selbst Schweizer Kayaktouristiker Seekayaktouren nach Ostgrönland an, wo die Teilnehmer keine spezielle Qualifikation vorzuweisen haben. Das ganze mit Vollkornmüsli, von Jungfrauen in Vollmondnacht gepflückt, esoterisch verbraten und im Hochpreissektor vermarktet.
Tschüss
Eckehard
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